Elektroautos stehen an der Ladesäule vor dem Wohnhaus und werden aufgeladen

Jan Ungruhe Tipps und Tricks

Wie lade ich mein E-Auto zu Hause?

E-Mobilität: So lässt sich das Elektroauto vor dem Haus laden

Elektromobilität ist die Zukunft. Doch öffentliche Ladestationen für E-Autos sind noch Mangelware. Wie sich die Fahrzeuge auch zu Hause aufladen lassen und auf was bei Strom & Co. zu achten ist.

Verwirrende Abrechnungen, Unterschiede bei der Bedienung – und vor allem schwer zu finden: Die Situation Ladesäulen für Elektroautos bremst die E-Mobilität in Deutschland noch aus. So listete die Bundesnetzagentur im Oktober 2019 auf ihrer interaktiven Ladesäulenkarte lediglich rund 10.500 Ladestationen auf. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zählte im Juli 2019 dagegen etwa 20.500 öffentlich zugängliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen. Fest steht: Um die Elektromobilität weiter voranzubringen, hapert es vor allem in ländlichen Regionen noch an Stromquellen für E-Autos. Zum Vergleich: Um Sprit zu tanken, gibt es bundesweit rund 140.000 Zapfsäulen. Und im Gegensatz zu elektrischen Ladesäulen sind diese auch nur wenige Minuten pro Tankvorgang besetzt. Der BDEW fordert einen schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur im privaten Bereich und an Arbeitsplätzen. Hier würden in Zukunft die meisten Fahrzeuge geladen werden.

Ladestationen: E-Auto an der Steckdose aufladen?

Wer nicht warten will, bis das Netz ausgebaut ist, muss sein Fahrzeug woanders laden, etwa zu Hause in der Garage. Ein Ladepunkt, den ohnehin viele bevorzugen: Laut BDEW würden zwei Drittel der Deutschen ein Elektroauto am liebsten über Nacht zu Hause laden. Doch wie lässt sich das E-Auto in der Garage oder im Carport aufladen? Kann ein Fahrzeug einfach an eine beliebige Steckdose im Haus angeschlossen werden?

Elektromobilität: Deutsche wollen Auto zu Hause laden

Grundsätzlich ist es möglich, ein Elektroauto an einer gewöhnlichen Steckdose zu laden. Der Ladevorgang dauert dann aber deutlich länger. Doch wer nachmittags von der Arbeit nach Hause kommt und das Auto erst am nächsten Morgen wieder benötigt, kann bei den meisten Modellen auch die normale Steckdose nutzen. Der ADAC gibt allerdings zu bedenken, dass bei einer Haushaltssteckdose das Risiko bestehe, dass das Stromkabel, der Stecker oder die Steckdose überhitzen, die Sicherung rausspringt und das Auto nicht weiter geladen wird. „Im schlimmsten Fall kann es zu einem Kabelbrand kommen“, warnt der Automobilclub. „Nur wenn die Leitung fachgerecht installiert wurde und nachweislich den Anforderungen der E-Mobilität entspricht, kann an einer Haushaltssteckdose geladen werden.“

Wallbox: Die schnelle Ladestation vor der Haustür

Schnellere Ladezeiten erreichen Besitzer eines Elektroautos mit einer Wandbox (engl. Wallbox), die sich etwa in einer Garage anbringen lässt und dort als Ladestation dient. So lässt sich die Batterie eines Fahrzeugs mit einer Wallbox mit 11 Kilowatt Leistung in drei bis vier Stunden aufladen. Das Auto muss für das schnelle Laden mit 11 oder sogar 22 kW jedoch auch ausgelegt sein; dies ist bei vielen Modellen jedoch mit einem Aufpreis verbunden. Der ADAC empfiehlt eine 11-kW-Wallbox: „Sie kann sowohl einphasig als auch zwei- und dreiphasig laden und reicht für eine Ladung über Nacht auch bei größeren Batterien in der Regel aus.“ Die Preisspanne der Wandboxen reicht nach Angaben des Automobilclubs von 500 bis 2500 Euro, Installation nicht mit eingerechnet. Ein Test des ADAC zu Wallboxen hilft, um sich zu orientieren. Die Tester haben die Ladepunkte dabei auf Zuverlässigkeit beim Laden, Einfachheit der Bedienung sowie Sicherheit geprüft.

Ladedauer von Elektroautos: Ladestationen im Vergleich

Die Ladedauer von elektrischen Autos variiert je nach Modell, und auch die Lebensdauer der Batterie kann ein Faktor sein. Wer als Ladepunkt die Haushaltssteckdose mit 2,3 kW nutzt, muss damit rechnen, dass die Batterie des Autos erst in acht bis zwölf Stunden aufgeladen ist. Mithilfe einer Wallbox (3,6 bis 22 kW) verringert sich die Ladezeit auf etwa zwei bis sechs Stunden. Öffentliche Ladesäulen haben eine Ladeleistung von 10 bis 22 kW – das Auto lädt damit rund zwei bis vier Stunden. Vereinzelt existieren auch schon öffentliche Ladesäulen, die durch Gleichstrom und mit rund 50 kW ein schnelleres Laden ermöglichen. Ein elektrisches Fahrzeug lässt sich damit schon in rund einer Stunde komplett aufladen. Extrem schnell ist auch die Ladezeit der „Supercharger“ von Tesla. Die Ladesäulen, die Tesla weltweit aufstellt, können ein Auto unter optimalen Bedingungen in unter einer halben Stunde laden. Kürzlich hat das Unternehmen wieder eingeführt, dass Kunden den Strom an den elektrischen Ladepunkten für die Modelle X und S von Tesla wieder kostenlos erhalten.

Ladesäulen für E-Autos bald Pflicht für alle Tankstellen?

Das Laden von Elektroautos zu Hause ist nicht nur die bequemste Möglichkeit, sondern oft auch die günstigste. Der Preis für elektrischen Strom ist hier günstiger als an Ladesäulen an der Straße. Zudem können Verbraucher selbst entscheiden, ob sie zum Beispiel echten Ökostrom nutzen wollen. Das Problem: Viele Deutsche haben gar nicht die Möglichkeit, ein Elektrofahrzeug in der eigenen Garage oder im Carport zu laden. Denn zwei Drittel der Deutschen wohnen in Mehrfamilienhäusern. Laut einer ADAC-Umfrage gibt es nur in vier Prozent der Tiefgaragen Lademöglichkeiten. Hinsichtlich dieser Problematik ist es erfreulich, dass das Netz der Ladesäulen in Zukunft wachsen wird. So sieht das Klimaschutzpaket der Bundesregierung in puncto Elektromobilität eine Million neue Ladesäulen für Elektroautos bis 2030 vor. Damit das Ziel erreicht werden kann, planen die Politiker Medienberichten zufolge etwa eine Ladesäulen-Pflicht für alle Tankstellen.

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