Autos Parken dicht an dicht am Straßenrand auf beiden Seiten

Redaktion Magazin

Wenn Parkplätze immer teurer werden

Können in Großstädten bald nur noch Reiche parken?

Parkplätze sind in Städten Mangelware. Um Parkräume effizient zu bewirtschaften, überlegen sich Verwaltungen immer neue Maßnahmen – oft über gezielte Preissteuerung. Mit so mancher Nebenwirkung …

Eines der heißesten Themen in den Städten trägt einen unterkühlten Namen: Parkraumbewirtschaftung. Es wird wohl nie genug Parkplätze für Autos geben. Hier sollen ökonomisch ausgerichtete Strategien helfen. Die Konsequenz: Parken kostet jetzt immer. So verschwinden auch die letzten Plätze, auf denen das Auto kostenfrei stehen kann. Dies führt zu einer Ökonomisierung des öffentlichen Raums, in dem nun der Markt herrscht und eine Preisstrategie den Parkvorgang bestimmt: In der Innenstadt ist Parken sehr teuer, in den Außenvierteln dagegen deutlich günstiger. Dadurch können die Kommunen über den Preis auf die Nachfrage einwirken.

Städte wollen Verkehrsströme über den Preis lenken

Diese klassische Preisstrategie reicht aber nicht aus, Parkplätze sind immer noch begehrte Mangelware. Kommunalpolitiker diskutieren deshalb neue Wege. So erprobt Madrid eine dynamische Form der Parkraumbewirtschaftung. Dabei wird die Parkgebühr anhand des Schadstoffwerts und der aktuellen Nachfrage bestimmt. Neben dem Grundpreis gibt es Ab- oder Aufschläge – je nach Auto und Verkehrslage. Hybrid- und Elektrofahrzeuge parken mit 20 Prozent Rabatt, der Besitzer eines alten Diesels zahlt dagegen 20 Prozent mehr. Wenn der Andrang groß ist, steigen die Preise ebenfalls.

Die Städte hoffen, auf diese Weise die Verkehrsströme zu lenken und die Emissionswerte in den Griff zu bekommen. Auf den ersten Blick sieht die Strategie der Ökonomisierung vernünftig aus, umweltschädliche Autos werden aus der Stadt herausgehalten. Doch so einfach funktioniert unsere Gesellschaft nicht, es entstehen ethische Probleme. Denn wer nutzt die „alten Stinker“? Menschen, die sich kein modernes Auto leisten können. Sie fahren nun seltener in die City, sodass Autofahren in der Stadt langfristig zu einem Privileg für Reiche wird – nicht gerade sozial.

Auktion für Parkplätze – der Meistbietende gewinnt

Ökonomisierung hat auch in der Parkraumbewirtschaftung einen ethischen Aspekt. Ein Beispiel für eine Idee mit Folgen ist das „Parkplatz-Sharing“, etwa mit einer Melde-App für freie Parkplätze, die Fahrer in der Nähe benachrichtigt. Ein Start-up in San Francisco hat sich einen ökonomischen Anreiz überlegt, damit möglichst viele Parkplätze gemeldet werden. Wer eine Parkgelegenheit sucht, muss in einer Auktion auf einen freien Platz bieten. Mindestgebot fünf US-Dollar, Maximalgebot 20 US-Dollar. Die Höhe des Gebots legt der suchende Autofahrer fest, der Parkplatzbesitzer muss es aber nicht annehmen.

Diese App ist umstritten, das Geschäftsmodell wird kritisch diskutiert. Der Vorwurf der Kritiker: Hier wird öffentlicher Raum in einen privaten Markt umgewandelt und mit den Parkplätzen spekuliert. Stimmt, denn Parken darf normalerweise, wer am meisten bietet – wenn er das Geld hat. Zudem steigen die Preise automatisch: Wer auf jeden Fall einen Parkplatz haben will, wird das Maximalgebot möglichst ausreizen. Das benachteiligt Leute, die nicht 20 Dollar zahlen wollen, zumal die normale Parkgebühr ja auch noch anfällt.

Muss alles über einen Marktpreis organisiert werden?

Daraus entstehen ethische Fragen für die Gesellschaft. Einfach ausgedrückt: Darf die Ökonomisierung vor nichts Halt machen? Muss alles nach Marktregeln organisiert werden? Sicher ist, dass ein Preis für bestimmte Services Vorteile hat, da Einnahmen die Dienstleistung finanzieren können. Ein fiktives Beispiel: Parkbänke müssen regelmäßig gesäubert, angestrichen und repariert werden. Eine kleine Gebühr von wenigen Cent für das Benutzen würde den Stadtverwaltungen helfen und ist dank Smartphone mit GPS leicht zu erheben.

Doch die Vorgehensweise hat Folgen: Die Erhebung von Gebühren erfordert Kontrollen, ähnlich wie bei Schwarzfahrern im öffentlichen Nahverkehr. Eventuell benötigt der Park eine teure Zugangskontrolle, die nur App-Nutzer durchlässt. Außerdem wird wegen der Gebühren nicht jeder die Parkbänke nutzen wollen und lieber auf dem Rasen liegen oder Klappstühle mitbringen. Das alles könnte sogar dazu führen, dass zu wenig Geld hereinkommt und sich die Investition nicht rechnet. Eine Preisstrategie für bisher kostenlose Services sollte also gut durchdacht sein – auch in der Parkraumbewirtschaftung.

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