Vernetzung von mehreren Autos auf einer Autobahn

Anna Oelsner Magazin

Wenn Autos miteinander kommunizieren

Ein Blick in die Zukunft des vernetzten Fahrens

Kraftstoffverbrauch messen und Bremsvorgänge auswerten? Funktioniert heute per Smartphone. Wie die Digitalisierung des Alltags unsere Erwartung ans vernetzte Auto erhöht.

Schnell einen Link über den Messenger verschicken, die Bahnverbindung per App checken oder einen Platz im Restaurant für heute Abend reservieren: Digitale Services per Smartphone zu nutzen, gehört längst zu unserem Alltag. Eine Entwicklung, die auch beim Autofahren immer selbstverständlicher wird.

Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom aus dem Jahr 2017 ist die Mehrheit der 177 befragten Entscheidern aus der Automobilindustrie der Meinung, dass in Zukunft digitale Technologien im Fahrzeug entscheidend für den Verkaufserfolg sein werden. „Bestimmte Funktionen, die Kunden von ihrem Mobiltelefon gewöhnt sind, wollen sie auch im Auto nutzen“, sagt Thomas Schiller von Deloitte der Wirtschaftswoche. Zum Beispiel Apps, über die sich das Auto im Winter vorheizen lässt. Apps, die den Fahrer blitzschnell wissen lassen, wo das Fahrzeug parkt, die automatisch die voraussichtliche Ankunftszeit an Familie oder Geschäftspartner senden. Oder, wie die Smart Parking App Park and Joy der Telekom, die den Fahrer direkt zum nächsten Parkplatz lotst. „Ein Auto ohne Schnittstelle zum Internet“, sagt Deloitte-Autoexperte Schiller, „lässt sich auch heute kaum mehr verkaufen.“

Das Smartphone als Bordcomputer

Mit einer Schnittstelle für die On-Board Diagnose und dem passenden Adapter wird schon heute das Smartphone zum Bordcomputer. Der Adapter kostet weniger als 20 Euro. Über die Schnittstelle sendet er via Bluetooth oder WLAN Leistungsdaten wie Kraftstoffverbrauch oder die Motordrehzahl ans Smartphone des Fahrzeughalters. Auch Fehlercodes wertet das System umgehend aus. Der Autobesitzer kann so zügig entscheiden, ob es sich um eine Lappalie handelt und er beispielsweise das Scheibenwasser schnell selbst auffüllt. Oder ob er bei größeren Problemen wie Bremsenverschleiß besser die Werkstatt aufsucht.

Teilt der Autobesitzer die Daten des On-Board-Diagnose-Systems mit seiner Werkstatt, bekommt er Angebote, die individuell auf sein Fahrverhalten abgestimmt sind. Beispielsweise einen orthopädischen Fahrersitz für Vielfahrer oder eine Abstandswarnung für Fahrer, die gerne schnell beschleunigen. Bei einem Unfall sendet das System alle Schäden am Auto in Echtzeit an die Werkstatt. So liegen schon alle Teile bereit, wenn das beschädigte Auto in der Werkstatt ankommt. Das verkürzt den Reparaturprozess.

Vernetzung überall: Autos kommunizieren mit ihrer Umwelt

Doch das ist erst der Anfang: Laut der Bitkom-Studie geht eine große Mehrheit der befragten Unternehmen davon aus, dass sich die Automobilindustrie in den kommenden 30 Jahren drastisch verändern wird. Rund 71 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass die Vernetzung von Fahrzeugen untereinander die Zukunft der Mobilität sei. Die sogenannte Car-to-X Kommunikation wird Autos untereinander und mit der gesamten Infrastruktur vernetzen.

Ein Beispiel: Ein Baum fällt auf eine Landstraße, ein Fahrzeug kommt kurz davor zum Stehen. Diese Information leitet das Auto über ein Funksignal an alle Fahrzeuge in seiner Umgebung weiter. Ein anderes Auto, einen Kilometer von der Unfallstelle entfernt, empfängt das Signal und nimmt eine alternative Route, statt auf der versperren Straße im Stau stecken zu bleiben. Auch über plötzlichen Starkregen, Nebel oder Glätte informieren sich mehrere Fahrzeuge und bereiten die Fahrer so frühzeitig auf schwierige Wetterbedingungen vor.

Neben der Kommunikation von Fahrzeugen untereinander, wird in Zukunft die gesamte Infrastruktur vernetzt sein. Ampeln werden ihren Schaltrhythmusaus dem Verkehrsfluss anpassen und Sensoren auf Straßen alternative Routen vorschlagen, bevor sich ein Stau bildet.

„Ich bin sicher“ sagt Bitkom-Präsident Achim Berg, „es wird keine 30 Jahre mehr dauern, bis Mobilität zu einem Gesamtsystem wird, in dem Personen und Güter dank digitaler Technologien intelligent, schnell und sicher von A nach B kommen.“

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