Frau hält Autoschlüssel vom neuen Auto aus dem Autofenster

Lena Tausend Magazin

Von Auto-Abos und Auto-Maten

Wie sich der Autohandel modernisiert

Acht Jahre beträgt die durchschnittliche Haltedauer eines Pkw in Deutschland. Doch viele Kunden würden gerne öfter das Modell wechseln, können sich das aber nicht leisten. Deshalb erproben Autohersteller neue Geschäftsmodelle.

Jederzeit verfügbare Informationen über alle möglichen Angebote – dank dieser Informationsflut aus dem Internet nennen Wirtschaftsexperten unsere Zeit auch „the age of the customer“, das Zeitalter des Kunden. Im Fokus stehen die Bedürfnisse der Käuferschaft, die zunehmend informierter und weniger markentreu ist. Im Mobilitätssektor resultiert das nicht nur in smarten Services wie unserer Park-App Park and Joy. Auch Fahrzeughersteller und Händler müssen immer anspruchsvollere Kunden mit neuen Verkaufsstrategien ködern. Und entwickeln deswegen innovative Geschäftsmodelle für den Kraftfahrzeugmarkt: Auto-Abos zum Beispiel.

Wer würde heutzutage schon acht Jahre lang dasselbe Smartphone nutzen? Bei Wagen in Deutschland ist dies laut Kraftfahr-Bundesamt der Fall. Viele Kunden wünschen sich jedoch mehr Flexibilität. Es locken neue technische Möglichkeiten und Features, die in dieser Zeit auf den Markt kommen. Der Pkw-Kauf soll so einfach werden wie der Wechsel des Smartphone-Vertrags oder die Nutzung von Streaming-Plattformen – und maximales Angebot mit minimalen Vertragslaufzeiten kombinieren.

Fahrzeug per Flatrate

Jeden Monat einen Neuwagen: Diesen Vorteil bieten Auto-Abonnements. Dabei handelt es sich weder um einen Kauf noch um Leasing. Vielmehr erhalten Fahrer mit einem solchen Abo gegen eine monatliche Gebühr ein Fahrzeug inklusive Versicherung, Unterhalt, Lieferung und Abholung. Das Modell können sie ganz nach Wunsch jeden Monat wechseln. BMW und Mercedes-Benz gaben auf der Detroit Motor Show im Januar 2018 bekannt, solche Auto-Abos einzuführen. Anfang April ist „Access by BMW“ in Nashville gestartet. Über eine App fragen Kunden das gewünschte Modell an, welches dann vollgetankt und mit persönlichen Einstellungen versehen vor die Haustür geliefert wird. Beim Angebot „Legend“ können Kunden diverse Limousinen, Coupés, Cabrios und Sportwagen wie den BMW 540i, M2 und X5 fahren. Im Angebot „M“ bekommen Fahrer unter anderem den neuen BMW M5, M6 Cabrio oder X6M geboten.

Mercedes nennt sein Abo-Angebot „me flexperience“. Kunden haben die Wahl zwischen A-, C-, E- und S-Klasse. Zusätzlich stehen verschiedene Arten der Motorisierung und Innenraum-Ausstattungen zur Verfügung.

Vorbild für diese Fahrzeug-Flatrates sind Geschäftsmodelle von Luxusmarken wie Cadillac oder Porsche. Beim „Porsche Passport“ wählen Kunden zwischen sieben verschiedenen Modellen – vom Panamera über Cayenne bis hin zum 911er. „Book by Cadillac“ gibt Autofans die Auswahl zwischen Modellen wie Escalade, Camaro oder Corvette. Das Angebot des US-Herstellers ist ab Mai sogar in Deutschland nutzbar.

Mehr Flexibilität durch höhere Preise

Die Gemeinsamkeit dieser Abonnements? Sie sind nicht günstig. „Access by BMW“ kostet in der „Legend“-Ausführung monatlich 2.000 US-Dollar; Modell „M“ sogar 3.700 Dollar. Der „Porsche Passport“ ist ab 2.000 Dollar pro Monat erhältlich. Während diese Marken den Preis an die Auswahl der Pkw-Modelle koppeln, treibt Cadillac das Prinzip „mehr Flexibilität durch einen höheren Preis“ auf die Spitze: Wer sich nicht festlegt und monatlich entscheidet, ob er weiter an „Book by Cadillac“ teilnimmt, bezahlt 1.700 Euro. Bei einer Laufzeit von drei Monaten reduziert sich der Preis um insgesamt 300, bei sechs Monaten um insgesamt 1.200 Euro.

Auto-Maten

Ein anderes Geschäftsmodell für den Kraftfahrzeugmarkt verfolgt hingegen Ford. Der US-Hersteller will traditionelle Autohändler oder Verkäufer überflüssig machen und erprobt deswegen gemeinsam mit dem chinesischen IT-Riesen Alibaba Auto-Automaten. Der erste dieser personalisierten, digitalen Verkaufsautomaten namens „Super Test-Drive Center“ steht in der chinesischen Millionen-Metropole Guangzhou. Per App wählen Nutzer im Vorfeld ihren gewünschten Ford, vereinbaren eine Abholzeit und machen ein Selfie, anhand dessen der Automat sie später erkennt. Der mehrstöckige Automat gibt dann das Fahrzeug zur Probefahrt frei und schon kann es losgehen. Der Prozess dauere nicht länger als zehn Minuten, verspricht Alibaba. Drei Tage lang haben die Kunden Gelegenheit, den Wagen zu testen, und können es anschließend entweder zurückgeben oder kaufen.

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