Blick auf Wien vom Dach des Stephansdoms

Jan Ungruhe Magazin

Smart Parking in Österreich

Spannende Smart-City-Projekte in der Alpenrepublik

Parken nach dem Airbnb-Prinzip: Ein Start-up will in Österreich die Parkplatzsuche mit der Vermietung von Garagen erleichtern. Und im Land gibt es noch zahlreiche weitere smarte Projekte.

Anfang November 2018 machte das österreichische Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) über die Grenzen hinweg Schlagzeilen. Elektroautos dürfen künftig auf vielen Autobahnabschnitten schneller fahren als Wagen mit Verbrennungsmotor, teilte das Ministerium da mit. Statt Tempo 100 ist für die Elektroflitzer dann Tempo 130 erlaubt – vor allem auf Streckenabschnitten, die durch besonders abgasbelastete Gebiete führen. Hintergrund: Die Alpenrepublik will mit ihrer Klima- und Energiestrategie #mission2030 ihre Klimaschutzziele erreichen.

Anreize für Autofahrer zum Wechsel auf E-Fahrzeuge

„Der Weg zur Erreichung der Klimaziele führt nicht über Verbote, sondern über Anreize“, sagt Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger. „Wir wollen mit unseren Vorhaben die Menschen davon überzeugen, dass es sich in mehrfacher Hinsicht auszahlt, auf ein E-Fahrzeug zu wechseln.“ Österreich liege zwar bereits im EU-Spitzenfeld in puncto Elektromobilität. „Darauf wollen wir uns aber nicht ausruhen. Es braucht eine echte Mobilitätswende“, sagt Köstinger.

Österreich: Städte wachsen weiter

Österreich hat es wie der Rest Europas mit einem steigenden Grad der Urbanisierung zu tun. Das heißt: In Österreich leben derzeit knapp 60 Prozent der Bevölkerung in Städten. Bis 2050 steigt diese Zahl einer Studie der Vereinten Nationen (UN) zufolge auf rund 70 Prozent. Städte sind weltweit der Lebensraum der Zukunft: Laut UN-Prognose leben 2050 fast 70 Prozent der Weltbevölkerung im urbanisierten Siedlungsraum.

Parkplatzsuche mit Smart Parking verkürzen

Allein mit mehr Elektroautos auf den Straßen der Wintersportnation lassen sich die CO2-Emissionen aber nicht entscheidend senken; weitere Maßnahmen sind notwendig. So sollen künftig auch moderne Technologien wie Smart Parking dazu beitragen, die Klimaschutzziele zu erreichen. Denn die Parkplatzsuche in Großstädten ist nicht nur lästig für Autofahrer, sondern auch umweltschädlich. Analysen zeigen, dass rund 30 Prozent des gesamten Stadtverkehrs auf die Suche nach einem Parkplatz entfallen. In Österreichs Hauptstadt Wien ist das nicht anders.

Smart Parking: Praxistest vor dem T-Center in Wien

Vor dem imposanten T-Center in Wien zeigt die Telekom-Tochter T-Mobile Austria, wie Smart Parking funktioniert. So sind die fünf Parkplätze vor dem T-Mobile-Shop seit Februar 2017 vernetzt. Hier kann sich der noch relativ neue Mobilfunkstandard NarrowBand IoT (NB-IoT) in der Praxis bewähren. Um Smart Parking zu ermöglichen, hat T-Mobile Austria den Parkplätzen vor dem T-Center Sensoren spendiert. Die Daten sendet ein Funkmodul via NB-IoT in die Cloud. Mithilfe einer App auf ihrem Smartphone sehen Nutzer, welche dieser fünf Parkplätze in Wien frei oder belegt sind. Jetzt müsste das Land die Sensoren nur noch flächendeckend verbauen. So könnte sich die tägliche Pendelzeit durch Smart Parking stark verringern.

Park and Joy in Barockstadt Schärding

Schärding ist die erste Stadt in Österreich, in der sich Parktickets mit Park and Joy, der Smart-Parking-App der Deutschen Telekom, buchen und bezahlen lassen – entweder per Kreditkarte zum Monatsende oder direkt über die Mobilfunkrechnung. Besucher der Barockstadt parken mit Park and Joy mitten im historischen Stadtzentrum. Und sollte der romantische Spaziergang auf der Innpromenade doch länger dauern, lässt sich das Parkticket einfach per App von unterwegs verlängern.

Per App in privaten Garagen parken

Parkplätze bleiben in Großstädten wie Wien dennoch Mangelware. Das Wiener Start-up Payuca will deshalb die rund 17.000 Parkplätze nutzbar machen, die in Österreichs Hauptstadt auf dem privaten Markt permanent ungenutzt bleiben. Das junge Unternehmen hat dazu eine Lösung entwickelt, die an privaten Garagen in der City angebracht wird. Autofahrer suchen per App nach freien Garagenplätzen und öffnen auch das Garagentor einfach via Smartphone. Parken kostet pro Stunde zwei Euro und maximal 16 Euro pro Tag. Payuca interessiert sich vor allem für Eigentümer, die mehrere Garagen besitzen.

Garage vermieten nach dem Airbnb-Prinzip

Das Garagen-Airbnb My next Garage hat es ebenfalls auf leere Garagen von Privatpersonen abgesehen. Diese vermieten ihren Stellplatz – ähnlich wie bei Airbnb – nach ihren eigenen Konditionen. Das Angebot ist für Vermieter kostenlos. Autofahrer, die einen Parkplatz in einer Garage mieten, zahlen zehn Prozent des Preises an das Start-up.

Wien mit guter technischer Basis

Auch auf anderen Ebenen wird das Land Österreich immer smarter. Die Analysten von McKinsey haben in der Studie „Smart Cities: Digital solutions for a more liveable future” untersucht, wie der Wandel zur Smart City durch Digitalisierung die Lebensqualität steigert. Demnach sinken dank digitaler Lösungen in der Stadt der Zukunft die Pendelzeit, die Kriminalitätsrate und das Müllaufkommen – und die Luftqualität steigt. Wien, mit etwa 1,9 Millionen Einwohnern die größte Stadt in Österreich, landet bei der Studie von McKinsey von insgesamt 50 untersuchten Städten zwar nur im Mittelfeld. Die deutschen Großstädte Hamburg und Berlin lässt Wien aber zum Beispiel hinter sich. So ist die technische Basis in Wien bereits recht gut entwickelt; hier belegt die Stadt der Studie zufolge weltweit den 18. Platz.

Sensoren für alle Ampeln in Wien

Eine Lösung für besseren Verkehrsfluss in Wien ist auch in Sicht: Die Stadt will sämtliche Ampelanlagen mit insgesamt rund 10.000 Wetter- und Umweltsensoren ausrüsten. Nach Angaben der Stadt lassen sich mit Big Data Analytics zum Beispiel Hitzeinseln erkennen oder durch eine intelligente Verkehrsflusssteuerung die Luftqualität verbessern. Darüber hinaus will Wien die Leuchtmittel in allen Ampeln mit energiesparender LED-Technik ersetzen.

Mit einem Elektrofahrzeug sind Autofahrer in Österreich künftig wohl gut bedient. Die beiden Garagen-Start-ups achten zum Beispiel auch darauf, dass die Garagen Steckdosen bieten, um Elektroautos aufzuladen. Und etwas fester aufs Gaspedal treten dürfen Elektroauto-Fahrer ja dann auch.

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