Straße mit parkenden Autos in Helsinki

Rainer Schlösser Magazin

Smart Parking im hohen Norden

So läuft's in anderen Ländern

In Deutschland steckt Smart Parking noch in den Kinderschuhen. Andere Länder sind da schon weiter – etwa Skandinavien.

Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland haben nicht nur eine gemeinsame skandinavische Geschichte, sondern teilen anscheinend auch eine Affinität zur Technik. Jahr für Jahr sind sie im Networked Readiness Index des Weltwirtschaftsforums unter den führenden Ländern zu finden. Der Index bewertet unter anderem, wie intensiv Menschen, Unternehmen und Behörden Informations- und Kommunikationstechnologie nutzen. Auch in puncto Internetgeschwindigkeit liegen die Skandinavier weltweit vorn. Keine große Überraschung also, dass sie sich auch mit dem Thema Smart Parking schon seit einigen Jahren beschäftigen. Werfen wir doch mal einen Blick nach Norden.

Stockholm: Parkautomaten als Sonnenanbeter

Stockholm hat seit 2016 die Parkuhren in der Innenstadt nach und nach durch digitale Parkautomaten ersetzt. Über Solarpanels versorgen sie sich selbst mit Strom. In Schwedens Hauptstadt muss der Autofahrer kein passendes Münzgeld mehr einwerfen, ein Parkticket ziehen und dann zurück zum Auto gehen, um den Zettel hinter die Windschutzscheibe zu legen. Er gibt stattdessen am Automaten das Kennzeichen seines Autos ein. Die eingegebenen Daten landen auf einem zentralen Server, auf den die Parkkontrolleure Zugriff haben. Weitere Parkplätze in der Stockholmer City können Autofahrer per App bezahlen. Der Stadt zufolge wird mittlerweile ein Drittel aller Ticketzahlungen über das Smartphone abgewickelt. Die Ökobilanz, zusätzlich zu den reduzierten CO2-Emissionen durch weniger Parkplatzsuche: 8.000 App-Zahlungen pro Tag bedeuten pro Jahr zwei Millionen Papier-Tickets weniger.

Helsinki: Straßenlaternen als Parkplatzwächter

Die finnische Hauptstadt Helsinki nutzt in einem Pilotprojekt ihre Straßenlaternen als Parkplatzwächter. Mini-Kameras in den Leuchten filmen die Parkflächen entlang der Straße und senden das Videobild in Echtzeit in die Cloud. Dort erkennt eine Analysesoftware, ob ein Parkplatz frei oder besetzt ist und stellt diese Info der Stadtverwaltung, Autofahrern und App-Entwicklern zur Verfügung. Dem Technologiepartner Philips zufolge kann ein solches System die Zeit für die Parkplatzsuche mittelfristig um 40 Prozent und den Autoverkehr um 30 Prozent senken. Langfristig soll in Helsinki allerdings niemand mehr ein eigenes Auto benötigen. Verkehrsplaner wollen einen neuen Mobilitätsservice etablieren: Eine Kombination aus Carsharing, selbstfahrenden Bussen, Bahnen, Mietwagen, Fahrrädern und vernetzten autonomen Elektroautos, die alle Bewohner bequem von A nach B bringt.

Oslo: Radwege statt Parkplätze

Einen ebenso radikalen Weg, das Parkplatz- und Parksuch-Problem zu lösen, hatte Oslo 2015 eingeschlagen: Die norwegische Hauptstadt wollte bis 2019 den gesamten Autoverkehr aus der Innenstadt verbannen. Zumindest war das der Plan. Doch die örtliche Wirtschaft ging auf die Barrikaden; Geschäfte und Cafes in der City fürchteten einen erschwerten Zugang für Lieferanten und Kunden. Nun will Oslo alle Parkplätze im Zentrum zu Radwegen machen oder durch Blumenkästen und Bänke ersetzen.

Kopenhagen: Software-Lösung gesucht

Im Smart Cities Index 2017 belegte Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen Platz 1. Einer von 20 Faktoren der Untersuchung ist Smart Parking: Hier erreichte die Stadt 9,8 von 10 Punkten. Der Index berücksichtigte unter anderem Verfügbarkeit und Nutzung von Parking-Apps. Allerdings ist Kopenhagen mit den getesteten Hardware-Lösungen nicht zufrieden: Weder im Parkplatz eingelassene Messinstrumente noch Kameras über den Parkflächen oder Radarsensoren an Laternenmasten habe der Technik-Stab der Stadt für wettbewerbsfähig befunden, so die Stadtverwaltung. Deshalb sucht Kopenhagen nun per öffentlicher Ausschreibung nach einer Software-Lösung.

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