Verkehr in der Abenddämmerung vor dem Brandenburger Tor in Berlin

Sarah Heggen Magazin

Smart City Berlin

So wird Berlin von der Stauhauptstadt zur Smart City

Bundestag trifft auf Partymeile, Kultur auf Currywurst, Multikulti auf Berliner Schnauze – die Hauptstadt vereint Gegensätze. Auch im Straßenverkehr: Denn die Staumetropole wird zur Smart City.

Auf den ersten Blick scheint Berlin Charlottenburg wie jeder andere Stadtteil der Bundeshauptstadt: Eine Blechlawine schiebt sich durch die Straßen, Radfahrer schlängeln sich durch den dichten Verkehr, Fußgänger eilen über die Kreuzungen. Doch wer genau hinschaut, erkennt: Nicht jeder Fahrer hat die Hände am Steuer. Und doch passiert kein Unfall. Im Gegenteil: Die Fahrzeuge reihen sich zwischen Ernst-Reuter-Platz und dem Brandenburger Tor nahtlos in den Verkehr ein, halten vor roten Ampeln selbstständig an, verlangsamen bei stockendem Verkehrsfluss automatisch die Geschwindigkeit.

Die Straße der Zukunft

Möglich macht das die "Digital vernetzte Protokollstrecke", kurz DIGINET PS. Seit Sommer 2017 testen Forschungseinrichtungen, Technikunternehmen und die Automobilbranche gemeinsam, wie autonomes Fahren im dichten Verkehr der Hauptstadt funktioniert. Dabei fahren die Autos nicht nur autonom, sie kommunizieren auch mit der Infrastruktur. „Die Umgebung sollte das autonome Fahrzeug dabei unterstützen, intelligente Entscheidungen zu treffen“, sagt Manzoor Ahmed Khan, technischer Leiter bei DIGINET PS. Denn: Eine kontrollierte Testumgebung lässt einen wichtigen Aspekt außer Acht – das Unvorhersehbare im urbanen Stadtgebiet. Khan: „Daher statten wir die gesamte Teststrecke mit verschiedenen Sensoren aus.“ Angebracht an Ampeln, Laternen oder am Straßenrand erkennen sie die Verkehrslage, Straßenbedingungen und Parkplatzsituation entlang der Strecke, warnen vor Stau, sammeln Wetterdaten oder sorgen so für die Regelung der Straßenbeleuchtung und Ampeln. Und speisen sämtliche Informationen automatisch in die Boardcomputer der selbstfahrenden Autos ein.

Keine Smart City ohne Nachhaltigkeit

Neben autonomen und vernetzten Fahrzeugen zählen nachhaltige Konzepte zu den Kernpunkten der Berliner Smart-City-Strategie. Jedes Jahr wächst die Spree-Metropole um 50.000 Neu-Berliner. Das erfordert intelligente Lösungen für eine bessere Infrastruktur und mehr Lebensqualität. Ein wichtiges Ziel: Saubere Luft für die Bewohner der Stadt. Zwar bestimmen Klimaschutz und Energieeffizienz bereits die Leilinien von städtischen Unternehmen wie Stadtreinigung, Verkehrs- und Wasserbetrieben. Doch verursacht der Verkehr nach wie vor mit die meisten Treibhausgase. So zählt Berlin zu Deutschlands Städten mit den höchsten Stickoxidwerten, bilanziert das Umweltbundesamt. Aus diesem Grund fördert Berlin im Rahmen des Projekts „Sofortprogramm saubere Luft“ die Elektromobilität auf seinen Straßen. Das Konsortium aus Berliner Wirtschaftsunternehmen, Forschungseinrichtungen und Politik geht dabei neue Wege im Ausbau von Ladestationen.

Smart City Berlin: E-Autos an Straßenlaternen laden

Damit die Berliner Elektroautos akzeptieren – und auch anschaffen –, müssen Ladesäulen flächendeckend ausgebaut werden. „Wir unterstützen seit vielen Jahren den Aufbau von Ladeeinrichtungen im Rahmen des Berliner Modells, das eine möglichst effiziente Nutzung des begrenzten öffentlichen Raums für flächendeckende Ladeinfrastruktur sicherstellen soll“, sagt Jan Thomsen, Pressesprecher der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Und so komme in Berlin der Strom für E-Autos künftig testweise aus der Straßenlaterne statt aus der Steckdose. 1.000 solcher Ladestationen sollen sukzessive entstehen – und so Barrieren für Elektromobilität reduzieren und das Aufladen im Alltag erleichtern.

Berlin: Stau und stockender Verkehr im Übermaß

Mit dem Wandel zur Smart City wappnet sich Berlin nicht nur für die Zukunft, sondern will auch sein Stauproblem in den Griff bekommen. Denn die Landeshauptstadt ist zugleich auch Stauhauptstadt. Laut INRIX-Studie standen Autofahrer in Berlin 2018 mit 154 Stunden so lange im Stau wie in keiner anderen deutschen Stadt. Die Folgen: höherer Spritverbrauch und deutlich längere Fahrzeiten. Beides belastet die Umwelt – und die Nerven der Autofahrer.

Smart Parking: Stellplatz auf Knopfdruck

Ganz gleich, ob auf dem Weg zur Arbeit oder beim Shopping-Trip: Parkplätze sind rar, die Suche kostet oft Zeit, nicht jeder weiß um kostenlose Stellplätze. Um die Suche zu erleichtern, setzt Berlin auf Smart Parking. Mit Lösungen wie der Park and Joy-App finden Autofahrer nicht nur schnell und unkompliziert eine freie Stellfläche. Smart Parking entlastet laut des Beratungsunternehmens Roland Berger den innerstädtischen Verkehr um bis zu 30 Prozent.

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