Stau in Berlin - Pendler

von Sarah Heggen Magazin

Berlin zeigt Pendlern die Rote Karte

Parkplätze in der Hauptstadt werden weniger und teurer

Pendeln Berufstätige aus Brandenburg und dem weiteren Umland mit dem Auto zu ihrem Berliner Arbeitsplatz, kommt sie das künftig teuer zu stehen.

Täglich fahren 320.000 Berufspendler in die Bundeshauptstadt. Sie kommen aus dem Berliner Speckgürtel oder Städten und Regionen außerhalb Brandenburgs. Da wird es schon mal eng auf den Straßen. Kaum verwunderlich also, dass Berlin in der Staurangliste weit oben rangiert: Autofahrer standen hier im vergangenem Jahr 103 Stunden im Stadtverkehr. Länger staut es sich nur auf Hamburgs Straßen, lautet das Ergebnis des TomTom Traffic Index 2018.

Doch damit nicht genug. Haben sich Pendler durch den Berliner Verkehr gekämpft, wartet die nächste Herausforderung: Die Suche nach einem freien Parkplatz. Pro Jahr gehen dafür 62 Stunden drauf, bilanziert der Verkehrsdatenanbieter Inrix. Das kostet Zeit und Nerven, doch es kommt noch dicker: Der Berliner Senat plant, Berufspendler künftig stärker zur Kasse zu bitten, wollen diese sich weiterhin mit dem Auto auf den Weg zur Arbeit machen. Mit steigenden Parkplatzgebühren will die Stadt den Pendlerverkehr deckeln und Berlins Straßen von Blechlawinen befreien und den CO2-Ausstoß reduzieren. Verkehrssenatorin Regine Günther plädiert indes sogar für eine City-Maut für ganz Berlin, schließlich werde der Platz auf innerstädtischen Straßen immer knapper. Für dieses rare Gut müssten Autofahrer entsprechen zahlen.

Berlin will die Parkraumbewirtschaftung ausdehnen

Die tatsächliche Zahl aller Parkplätze in Berlin ist unbekannt. Fakt ist jedoch: Bisher bewirtschaften die einzelnen Bezirke 48 Parkzonen, überwiegend in der Innenstadt. Das bedeutet: An rund 100.000 Stellplätzen müssen Autofahrer Parkgebühren zahlen. Vereinzelt gibt es noch kostenlose Parkplätze in der Berliner Innenstadt. Doch nun soll die Parkraumbewirtschaftung auf 75 Prozent aller Parkflächen im öffentlichen Raum ansteigen. Die Stadt erhofft sich deutliche Mehreinnahmen, Pendler und Bewohner sind ratlos: Wohin mit dem eigenen Pkw?

Denn neben höheren Kosten durch die erweiterte Parkraumbewirtschaftung müssen sich Autofahrer auch mit dem Ausbau von separaten Busspuren in der Stadt arrangieren. Das Mobilitätskonzepts des Berliner Senats sieht unter anderem pünktlichere Abfahrtszeiten des Personennahverkehrs vor. Dafür baut Berlin das Busspur-Netz allein in diesem Jahr um weitere 19 Kilometer aus. Diesem Extraplatz müssen primär Stellplätze für Autos am Straßenrand weichen. Die Folge: eine noch längere Parkplatzsuche – bei steigenden Einwohnerzahlen und Fahrzeuganmeldungen.

Hohe Mietpreise sind Grund fürs Pendeln und Staus

Die Einwohnerzahlen in der Metropole an der Spree steigen zwar weiter, doch immer mehr Menschen zieht es auch ins Berliner Umland. Dort sind Mieten noch erschwinglich, ebenso die Grundstückspreise für Wohneigentum. Zum Vergleich: In Berlin leben gerade einmal 14,2 Prozent der Einwohner im Eigenheim, die mit Abstand niedrigste Zahl im Bundesdurchschnitt. Weil Berufspendler ihren Wohnort aus Kostengründen an den Stadtrand oder umliegende Gemeinden verlagern, steigt in Städten mit hohen Mietpreisen auch das Verkehrsaufkommen.

So nehmen Pendler täglich längere Fahrtzeiten für den Arbeitsweg in Kauf. Viele greifen dabei auf das Park-and-Ride-Angebot zurück. Wie in Brandenburg: Hier reduziert sich die Fahrtzeit um bis zu 30 Prozent, wenn Pendler den ÖPNV nutzen. Doch die Stellplätze an den P+R-Parkplätzen sind beliebt – und reichen bei den steigenden Pendlerzahlen nicht aus. So gibt es innerhalb Berlins 44 P+R-Anlagen mit rund 5.000 Stellflächen. In Brandenburg können Autofahrer ihr Fahrzeug an einem der 116 S-Bahnhöfe und Stationen abstellen, die insgesamt über 22.000 P+R-Plätze verfügen.

Berlin baucht intelligente Verkehrskonzepte

Doch auch in den S-Bahnen und Bussen wird es zu Stoßzeiten eng. Ein Grund: Der Ausbau des Nahverkehrsangebots hinkt dem steigenden Pendlerverkehr und den wachsenden Bevölkerungszahlen in Berlin und Umgebung hinterher. Zudem sprechen unpünktliche oder ausfallende Verbindungen sowie mangelnde Sauberkeit nicht für einen Umstieg von der Straße auf die Schiene.

Immerhin: Der Ausbau von separaten Bus- und Radfahrspuren ist ein Weg in die richtige Richtung. Ebenso die erhöhte Taktung von Bussen und Bahnen zu Stoßzeiten, um mehr Menschen per ÖPNV zu mobilisieren. Ein weiterer Schritt könnte sein, bestehenden Parkraum – etwa in weniger frequentierten Parkhäuern oder auf Parkflächen von Bau- und Supermärkten – enger mit dem städtischen Parkkonzept zu verknüpfen. Denn in einer Metropole wie Berlin lassen sich Autos nicht gänzlich aus der Innenstadt verbannen.

Clever parken per App

Weniger Stress bei der Parkplatzsuche haben Autofahrer mit Smart-Parking-Apps wie Park and Joy. Auf Knopfdruck finden Nutzer freie Stellflächen, das Smartphone navigiert in einigen Städten auch direkt zum Ziel. In teilnehmenden Städten sind zudem auch Parkhäuser in die Parkplatzsuche eingebunden. Über die Parking-App finden Nutzer auch kostenlose Parkplätze in ihrer Nähe. Park and Joy gibt es inzwischen in mehr als 90 Städten in Deutschland.

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