Elegante Parkuhr auf einer Straße in San Francisco

Klaus Vogt Magazin

Parkuhr plus

Smart Parking Meter können mehr als nur Gebühren kassieren

Falschparker identifizieren, Werbevideos zeigen, Luftverschmutzung messen: Mit Kameras, Displays und Sensoren ausgestattet, bieten Parkuhren heute weit mehr als einen bargeldlosen Bezahlvorgang.

Finden, buchen, parken, zahlen – das waren bisher die Kernaufgaben moderner Parkuhren. Ausgestattet mit zusätzlichen Instrumenten wie Kameras, Displays oder Sensoren, spüren die Smart Parking Meters von heute Falschparker auf, dienen als Werbefläche, oder messen die Luftverschmutzung in einer Stadt.

Parkuhren jagen Falschparker

6.795 Knöllchen, 282 kostenpflichtig abgeschleppte Autos und tausende mündliche Belehrungen: Das war das Ergebnis einer fünf Tage dauernden Aktion, mit der Polizei, Ordnungsämter und Verkehrsbetriebe in Berlin im Oktober 2017 gegen Falschparker vorgingen. Doch die wenigsten Autofahrer zeigten sich einsichtig, im Gegenteil: Sobald die Kontrolleure wieder außer Sichtweite waren, blockierten die Autofahrer die gerade erst freigemachten Flächen erneut. Dass das Unrechtsbewusstsein von Falschparkern in Deutschland nicht sehr stark entwickelt ist, bestätigt auch eine Studie des Unternehmens INRIX, das sich auf Connected-Car-Services spezialisiert hat. Deutsche Autofahrer erhalten im Schnitt 0,84 Knöllchen im Jahr für falsches Parken. Damit ist die Bundesrepublik einsame Spitze.

190 Prozent mehr Knöllchen durch Kameras

Doch nicht erwischt zu werden, wird zunehmend unwahrscheinlicher. Immer mehr Parkuhren sind mit Kameras ausgestattet, mit denen sich Falschparker identifizieren und bestrafen lassen. Diese Parksünder anzuschwärzen – das war bisher anderen Verkehrsteilnehmern überlassen. Allein in Frankfurt kamen so jährlich rund 22.000 Anzeigen zusammen und damit knapp drei Prozent aller Anzeigen wegen Falschparkens. In England konnten Nutzer über eine App namens „i-Ticket“ Fotos von Falschparkern mitsamt ihrem Kennzeichen per Smartphone an die Kommunen übermitteln. Sie erhielten dafür eine Belohnung von bis zu 11,50 Euro pro dadurch ausgestelltem Knöllchen. Auch in Deutschland können gesetzestreue Bürger mit der Anwendung „Wegeheld“ dem zuständigen Ordnungsamt Falschparker melden.

Voraussetzung für die Strafverfolgung: ein Beweisfoto oder -video des falsch geparkten Autos. Das können smarte Parkuhren, die mit einer Kamera ausgestattet sind, nun selbst erstellen. In der Kleinstadt Trenton im Bundesstaat New Jersey steht gerade ein Gesetz zur Abstimmung, das der Stadtverwaltung die Ausstattung ihrer „Smart Parking Meters“ mit einer Kamera erlaubt. Die Bilder ließen sich dann als Beleg für falsches Parken oder das Überziehen der Parkzeit nutzen. Die kleine Stadt Palisades Park in New Jersey hat im Rahmen eines fünfmonatigen Testlaufs zur Überwachung des öffentlichen Raum gute Erfahrungen mit Smart Parking Metern mit Kameras gemacht. Dort stieg die Anzahl der Knöllchen wegen Parkens ohne Bezahlung um 190 Prozent.

Und nun zur Werbung

Smart Parking war gestern, nun kommt „Clever Parking“. Das behauptet das Unternehmen Cleverciti Solutions und hat eine intelligente Lösung entwickelt, die die digitale Parkplatzsuche mit der Platzierung von Werbung kombiniert. Auch die „Municipal Parking Services“, ein Spezialist für digitale Parkuhr-Technologien aus Bridgeport in Connecticut, bietet mit seinen „Sentry Smart Parking Meters“ die Möglichkeit für Werbetreibende, die Aufmerksamkeit des Autofahrers während des Parkvorgangs auf ihre Produkte und Dienstleistungen zu lenken und diese zu promoten. Werbung in Form von Coupons, QR-Codes, Aufklebern oder Videos lässt  sich einfach in die Parkuhr integrieren oder daran befestigen. So werden sie täglich von tausenden parkenden Autofahrern wahrgenommen.

Nie mehr dicke Luft

Der Parkuhren-Spezialist „Municipal Parking Services“ hat noch eine weitere Innovation für die Nutzung von Parkuhren entwickelt: gemeinsam mit AerNos, einem Produzenten von Nanogas-Sensoren, statten sie Parkuhren mit kleinen Sensoren aus, die den Grad der Luftverschmutzung messen. Sie spüren Schadstoffe und Gase in der Luft auf und messen deren Konzentration in der Atemluft. Damit könnte auch in Zukunft vermieden werden, dass auf öffentlichen Parkplätzen dicke Luft herrscht.

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