Parkuhr vor parkendem Auto

Lena Tausend Magazin

Parkgebühren – ganz schön dynamisch

Parkraum und Verkehr effizient managen

Smart Parking verbessert das Leben in Großstädten – nicht nur durch kürzere Parkplatzsuche; dank neuer Parkgebühren-Modelle lassen sich auch Verkehrsströme intelligent steuern.

In Geschäften bezahlen alle Kunden jederzeit denselben Preis – diese Regel des Handels ist heute nicht mehr unantastbar. Digitale Lösungen eröffnen neue Möglichkeiten: Preise lassen sich anpassen – je nach Kunde, Uhrzeit oder Nachfrage schwanken die Kosten für ein Produkt. Onlineshops, Tankstellen oder Fluganbieter machen es bereits vor. Sie verfolgen dynamische, intelligente Preissetzungsstrategien, das sogenannte Dynamic Pricing. Dafür werden bestimmte Faktoren aus der Umwelt wie etwa die aktuelle Nachfrage analysiert und mit angepassten Preisen darauf reagiert. Doch was sind die Gründe dafür, dass sich Dynamic-Pricing-Verfahren so erfolgreich sind? Und welche Vorteile ergeben sich für alle Beteiligten?

Parkhäuser sind Vorreiter beim Dynamic Pricing

Zahlreiche gewerbliche Anbieter setzen bereits auf eine dynamische Preisgestaltung in ihren Parkhäusern. Datenanalysen ermitteln Durchschnittswerte, die in der Vergangenheit erreicht wurden. Und finden heraus, inwieweit die derzeitige Belegung des Parkplatzes davon abweicht. Liegt sie unter dem, was sonst um diese Uhrzeit oder an diesem Wochentag erreicht wird, kann der Betreiber seine Parkgebühren reduzieren. Fahren gerade besonders viele Wagen in die Parkgarage, können die Kosten angehoben werden. Die Algorithmen analysieren zusätzlich die Preise von Konkurrenten in der Nähe und schlagen entsprechende Reaktionen darauf vor.

Die Voraussetzungen für diese Echtzeit-Anpassungen? Der Betreiber muss jederzeit in Echtzeit darüber informiert sein, wie viele seiner Parkplätze belegt sind, wie viele Autos wann ankommen oder wegfahren. Eine digitale Lösung dafür in einem begrenzten Raum wie einem Parkhaus zu installieren, ist wesentlich einfacher als etwa in einem Stadtbezirk.

Pilotprojekte in den USA

Doch auch einige Städte in den USA probieren die Möglichkeiten der dynamischen Preisgestaltung bereits aus. Seit September 2014 testet etwa Washington D.C. ein Preismodell, das sich nach Uhrzeiten richtet. Auf etwa 1.300 Parkplätzen variieren die Parkgebühren beispielsweise von weniger als zwei US-Dollar pro Stunde am frühen Samstagmorgen, wenn kaum jemand unterwegs ist, bis hin zu stündlichen acht US-Dollar am Samstagnachmittag, wenn der Bedarf am höchsten ist.

Auch in Los Angeles gibt es Dynamic Pricing für Parkplätze: Hier orientieren sich die Gebühren am Bedarf, der anhand von Informationen aus Fahrzeugsystemen und intelligenten Parkuhren ermittelt wird. Wie der aktuelle Stand ist, erfahren Autofahrer über Web- und Smartphone-Anwendungen. Die Stadt vermeldet bereits erste Erfolge: So sei das Parken auf 60 Prozent der Parkplätze sogar billiger geworden, Kostenerhöhungen gebe es auf 27 Prozent. Staus seien um rund zehn Prozent zurückgegangen, teilt das District of Columbia Department of Transportation mit.

In San Francisco ist das Pilotprojekt seit Dezember 2017 sogar auf die gesamte Stadt ausgeweitet worden: Die gesamten 28.000 öffentlichen Parkplätze und 14 städtischen Parkhäuser regeln ihre Parkgebühren dynamisch. Von 2011 bis 2013 testete die Stadt auf rund 25 Prozent seiner Parkflächen. Hier gab es an Werktagen jeweils von 9 bis 12, 12 bis 15 und 15 bis 18 Uhr unterschiedliche Parktarife. An den Wochenenden wurden zudem spezielle Gebühren ausgelobt. Um den Bedarf an Parkflächen im Voraus zu berechnen, analysierte die Stadt jahrelang die aus vernetzten Parkautomaten gewonnenen Informationen. „Interessanterweise haben sich die Gebühren, da wir sie nach Bedarf justieren, relativ häufig sogar verringert“, berichtet Hank Wilson, Parking Policy Manager für die San Francisco Municipal Transportation Agency (SFMTA). Insgesamt fielen die Parkgebühren während der Pilotphase um vier Prozent. Und offensichtlich animierten die angepassten Parkgebühren auch dazu, eher in den damit versehenen Gegenden zu parken. Laut der Initiative FutureStructure verzeichneten Unternehmen innerhalb der Testzonen höhere Umsätze. Dies stellte die Stadt durch die überdurchschnittlich gestiegenen Umsatzsteuereinzüge fest: In den Gebieten, die an dem Projekt teilnahmen, stiegen die Abgaben um 35 Prozent. In der restlichen Stadt durchschnittlich nur um 20 Prozent.

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