Vernetzte Icons mit Verkehrskreuz im Hintergrund

Daniel Martin Business

Wie sich Mobilität durch Corona wandelt

Was bedeutet das neue Normal für Mobilitäts­konzepte?

ÖPNV-Pendler fahren plötzlich Auto, die Gastronomie kämpft um jeden Quadratmeter unter freiem Himmel, der Lieferverkehr boomt: Covid-19 hat unsere Mobilität stark verändert. Was wir jetzt tun können.

Von Bochum nach Passau, von Mölln nach Friedrichshafen: Wenn über 40 Städte in Deutschland freiwillig Parkgebühren senken, leichte Verstöße nicht mehr mit Bußgeld bestrafen und medizinisches Personal umsonst parkt, ist klar: Die Situation muss ernst sein. Und genau das war in vielen deutschen Städten im Frühjahr Corona-bedingt der Fall. Auch wenn die akute Bedrohung durch das Virus vorerst ausgestanden scheint und wir uns Schritt für Schritt einem neuen Alltag annähern, ist in den vergangenen Wochen deutlich geworden: Die Corona-Krise hat das Mobilitätsverhalten im ganzen Land nachhaltig verändert. Das wirft viele Fragen für Stadtplaner und Parkhausbetreiber auf: Wie kann ich den stehenden Verkehr am besten managen, wo ist die Auslastung am höchsten – und wo sind noch Puffer? Und wie gestalte ich Hürden für das Parken so gering wie möglich, damit auch Sicherheitsbedenken und Hygienebewusstsein abgebildet werden? Auch wenn sich die Lage langsam wieder normalisiert: Die Antworten auf diese Fragen sind für Kommunen und die Parkindustrie unverändert relevant. Wer sie beantworten kann, ist resilienter, falls eine zweite Welle kommt. Und auch ohne Corona proaktiv und nachhaltig auf neue Mobilitätskonzepte vorbereitet.

Die konkreten Ursachen für das neue Mobilitätsverhalten: Kontaktbeschränkungen und wochenlange Schließungen in Gastronomie, Hotellerie, Handel und Dienstleistungssektor brachten den Verkehr in Innenstädten weitestgehend zum Erliegen. Gleichzeitig stiegen viele Menschen aus Sicherheitsgesichtspunkten von Bus und Bahn aufs eigene Auto um. Obendrauf kamen mehr Lieferverkehr durch noch stärker genutztes Onlineshopping, neuer Bedarf für temporäre Haltezonen vor Restaurants und Einzelhandel. Auch die Abwicklungsprozesse wandeln sich, kontaktloses Bezahlen wurde nicht nur in Läden, sondern auch beim Parken plötzlich mehr als nur Spielerei.

Coronavirus treibt in Parks statt Parkhäuser

Dass die Pandemie die Mobilität im Business wie im privaten Umfeld deutlich verändert hat, bestätigt auch der Google-Mobility-Report (PDF), für den Google die Aktivität der Smartphone-Bewegungen ausgewertet hat. Demnach ist der Aufenthalt in Gaststätten, im Einzelhandel und im Öffentlichen Personennahverkehr eingebrochen, dafür steigt die Zeit in den eigenen vier Wänden oder in öffentlichen Parks. Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Capgemini wollen 44 Prozent der Befragten den öffentlichen Personennahverkehr künftig weniger nutzen. Rund 40 Prozent wollen überdies aus Angst vor einer Infektion mit dem Corona-Virus künftig eher auf New-Mobility-Angebote – zum Beispiel Carpooling oder Ride-Hailing – verzichten.

Reduziert Homeoffice den Pendlerverkehr?

Viele Unternehmen haben im Laufe der Corona-Pandemie festgestellt, dass mehr Homeoffice nicht weniger Produktivität bedeutet. Die Folge: weniger Präsenzpflicht und deshalb eine geringere Zahl an Pendlern – mit Auswirkungen auf den Pendelverkehr: Dieser könnte in absoluten Zahlen sinken – bei gleichzeitig steigendem Anteil an Berufstätigen, die auf dem Weg zur Arbeit aus gesundheitlichen Gründen von Bus und Bahn auf ihr eigenes Auto umsteigen. Social Distancing ist für offene Fahrgemeinschaften, gemeinsam genutzte Fahrzeuge und sonstige Transport-Dienstleistungen eine Vollbremsung.

Mehr Liefer- und Abholverkehr durch Coronavirus

Dass die Pandemie den ohnehin deutlichen Trend zum Online-Shopping noch einmal befeuerte, zeigt der Corona-Report des Marktforschungsinstituts Appinio. Seit März 2020 2020 gaben von Woche zu Woche mehr Befragte an, online einzukaufen. Ein Trend, der sich auch durch die ersten Wochen der Lockerungen weiter fortsetzte: Ende April 2020 gab knapp jeder zweite Befragte an, mehr online einzukaufen als vor der Krise. Diese Entwicklung beflügelt auch Gastro-Lieferdienste und Restaurants, die Corona-bedingt vermehrt Essen und Getränke zum Abholen anbieten. Oder mittlerweile jeden möglichen Quadratmeter vor ihren Cafés, Kneipen und Gasthäusern für Außengastronomie nutzen, um Umsatzverluste aus dem Innengeschäft zu kompensieren. Alles Faktoren, die zu verstärktem Parken am Straßenrand verleiten und Parkraum in Innenstädten noch knapper machen. Und dazu führen, dass Städteplaner und die Gesellschaft generell noch einmal über die bestehenden Mobilitätskonzepte nachdenken.

Kurzum: Die Covid-19-Pandemie hat Mobilität, Parkverhalten und die damit verbundene Wertschöpfung stark verändert – für Verbraucher, Städte und nicht zuletzt professionelle Parkplatzanbieter: Um mehr als 90 Prozent sanken die Einnahmen laut Bundesverband Parken, der sich schon im März mit einem Appell an die Bundesregierung gewandt hatte, den Sektor finanziell abzufedern.

Ob mit oder ohne politische Unterstützung: Um für die Zukunft gewappnet zu sein, sind für Städte und Parkhausbetreiber innovative und nachhaltige Reaktionen gefragt. Welche Effekte Covid-19 auf das Parken hat – und wie Smart Parking die Infrastruktur der Städte entlasten, aber auch die Geschäftsmodelle von Unternehmern und Parkhausbetreibern als effizienter Baustein unterstützen kann.

Wie Smart Parking Lösungen helfen

So erwartet etwa Dr. Hans-Hendrik Puvogel, COO von Parkopedia, künftig deutlich weniger Stellflächen im öffentlichen Raum – bei gleichzeitig höheren Parkgebühren. Seine Annahme: Kostenlose freie Stellplätze werden seltener und Parkhäuser wieder verstärkt genutzt. Digitale Lösungen wie Park and Joy bilden einen weiteren effektiven Baustein. Sie helfen Städten, den Suchverkehr und damit auch Schadstoffemissionen effektiv zu reduzieren, per City-Dashboard einen genauen Überblick über die Parkraumauslastung zu gewinnen – und diese intelligent zu steigern –, sowie präzise Parkprognosen. Durch den Sensor-as-a-Service-Ansatz können Städte dabei auf eine Komplettlösung setzen, die schnell und ohne externe Stromzufuhr realisiert ist. Zwei Nebeneffekte: Weniger Verstöße wie Parken in der zweiten Reihe oder vor Feuerwehrzufahrten, sowie mit Ladestationen an entsprechend ausgerüsteten Stellplätzen auch ein Schub für die Elektromobilität. Die effiziente Navigation der Nutzer zum nächsten freien Parkplatz verbessert so die Situation für infrastrukturell notwendigen – systemkritischen – Verkehr von der Logistik bis zu Feuerwehr- oder Notarzteinsatz.

Mehr Resilienz für Parkhausbetreiber

Auch die Parkindustrie kann mit digitalen Lösungen für viel Widerstandsfähigkeiten in Krisenzeiten sorgen. Eine klare Parkplatzzuweisung erleichtert die Auslastung des gesamten Parkhauses. Insbesondere in Zeiten des Social Distancing lassen sich so auch feste Abstände zwischen den Wagen realisieren. Das sorgt für Sicherheit und gibt Kunden Zuversicht, lieber bequem im Parkhaus als dem Trubel auf der Straße zu parken. Zudem eröffnen sich über variable Tarife neue Wertschöpfungsmöglichkeiten – während die Abrechnung gleichzeitig leichter wird. Auf der anderen Seite sparen auch Kunden so Bares. Das erhöht die Bindung.

Bei vielen Smart-Parking-Lösungen wie bei Park and Joy schon lange Teil des Konzepts: kontaktloses Bezahlen. Was ursprünglich das Bezahlen für Kunden einfach so bequem wie möglich machen sollte, wird so auch zu einer Frage der gesundheitlichen Vorsorge, ja der gesellschaftlichen Verantwortung. Parkende können ihre Parkgebühren entweder per Kreditkarte, Telefonrechnung oder über Drittanbieter bezahlen. Ohne Touchscreens oder Knöpfen am Automaten berühren zu müssen. Die Gefahr einer möglichen Ansteckung entfällt. Ein Ansatz, der aktuell nicht nur bei Parkplatzsuchenden auf viel Akzeptanz stößt: Der Kreditkarten-Anbieter Mastercard verzeichnete durch die Corona-Krise einen Anstieg der kontaktlosen Zahlungen um rund 40 Prozent. Auch der Zugang zu Parkhäusern ist als Baustein der neuen High-Tech-Hygiene komplett kontaktlos möglich. Künftig ein nicht zu vernachlässigender Wettbewerbsvorteil – bei einer möglichen zweiten Welle, aber auch, wenn das Coronavirus (hoffentlich) kein Thema mehr ist.

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