von Anna Oelsner Tipps und Tricks

Mit Mathematik zum freien Parkplatz

Dank Algorithmen und KI zum freien Stellplatz

Gemeinsam mit einem Team hat Dr. Dirk Hetzer die Technologie hinter Park and Joy entwickelt. Im Interview erklärt er, welchen Einfluss Algorithmen und KI auf die Prognose von freien Parkplätzen haben.

Wenn es ums Parken in der Stadt geht, treffen verschiedene Mentalitäten von Autofahrern aufeinander. Mit unterschiedlichen Systemen versuchen sie, die begehrte freie Lücke zu ergattern. Die einen gehen lieber kein Risiko ein und nehmen den ersten freien Parkplatz, den sie finden – und laufen dafür auch einmal länger zu ihrem eigentlichen Ziel. Andere fordern wiederum ihr Glück ein wenig heraus, fahren am erstbesten Parkplatz vorbei und bleiben erst an der zweiten oder dritten Lücke stehen. Der Rest setzt voll auf Risiko, fährt direkt zum Ziel und versucht dort sein Glück. Doch welches System funktioniert am besten?

Intelligente Parkplatzsuche dank Smart Parking und angewandter Mathematik

Dieser Frage sind die amerikanischen Forscher Paul Krapivsky von der Boston University und sein Kollege Sidney Redner vom Santa Fe Institute in New Mexico mit einer wissenschaftlichen Studie nachgegangen. Das Ergebnis: Am schnellsten sind die Autofahrer am Ziel, die nicht die erste Möglichkeit nutzen, sondern zwei bis drei Gelegenheiten abwarten, bis sie sich für einen Parkplatz entscheiden. Ist das nun die Lösung für unsere Parkplatzprobleme? Leider nicht, denn das Projekt hat zwei Probleme: Bei ihren Berechnungen betrachteten die Forscher hypothetisch nur ein Auto, das nach einem Parkplatz sucht – unrealistisch in der Praxis, denn dort sind oft mehrere Autofahrer gleichzeitig auf Parkplatzsuche. Zudem beziehen sich die Berechnungen der Studie nur auf eine einzige Straße. Ebenfalls unrealistisch bei mehreren Haupt- und Nebenstraßen sowie Parkhäusern und Parkplätzen vor Einkaufzentren in der Stadt.

Einen deutlich besseren Überblick über die Parksituation in Innenstädten hat die Deutsche Telekom. Im Team Park and Joy wurde die Technik hinter der intelligenten Smart Parking App Park and Joy entwickelt, die nicht nur hypothetisch, sondern sehr genau vorhersagen kann, wo freie Parkplätze verfügbar sind. Wie genau diese Prognose ausfällt, welche Daten das Team von Park and Joy dafür auswertet, welche Technologien dabei eine Rolle spielen und wie sich die Berechnung der Daten in Zukunft entwickeln wird, verrät Dr. Dirk Hetzer, Manager für Business Development, im Interview.

Herr Dr. Hetzer, wie genau kann Park and Joy freie Parkplätze vorhersagen?

Die Technik hinter der Park-and-Joy-App kann zwar keine einzelnen freien Parkplätze anzeigen. Aber wir können mit einer Wahrscheinlichkeit bis zu 95 Prozent prognostizieren, ob es Parkmöglichkeiten in bestimmten Straßensegmenten gibt. Ein Segment umfasst ungefähr 150 Meter mit 15 - 20 Parkplätzen. Das entspricht beispielsweise einem Bereich zwischen zwei Querstraßen. Wir verwenden dafür zahlreiche Datenquellen und haben auch einen Algorithmus, den sogenannten „Smart Placement Algorithmus“ entwickelt, um unsere Boden-Sensoren an den Stellen zu platzieren, wo sie den größten Nutzen für unsere Prognosen bringen.

Welche Daten werden für die Parkplatzprognose genutzt?

Gemeinsam mit unserem Partner Ai Incube (Parknav) schöpfen wir aus bis zu 40 unterschiedlichen Datenquellen. Das sind beispielsweise Daten zum Wetter, Mobilitätsdaten oder Meldungen über Events. Zudem ermittelt die Deutsche Telekom Bewegungsdaten. Das bedeutet, dass wir anhand der Informationen aus den Mobilfunkzellen an verschiedenen Mobilfunkmasten auswerten, wie sich Autofahrer im Stadtverkehr bewegen. Außerdem haben wir smarte Bodensensoren im Einsatz, die erkennen, ob ein Parkplatz frei oder belegt ist. Diese Sensoren auf jedem Parkplatz zu platzieren, ist allerdings sehr kostenintensiv und erhöht die Wahrscheinlichkeit nur um wenige Prozentpunkte. Daher beschränken wir uns aktuell auf maximal drei bis vier Sensoren pro Straßensegment. Das ist völlig ausreichend. Alle Daten fließen in Echtzeit in unsere langfristigen Prognosen.

Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz (KI) bei der Berechnung der freien Parkplätze?

Gemeinsam mit unserem Partner nutzen wir für die Prognose der Parksituation Algorithmen der KI zur Auswertung verschiedener Datenquellen. Hier speisen wir die Daten unseres Partners sowie die von uns erhobenen Bewegungs- uns Sensorendaten ein. Die Maschine generiert daraus die aktuelle Parkplatzsituation und sorgt dafür, dass die Park-and-Joy-Nutzer in Echtzeit sehen, wo sich freie Parkplätze in ihrer Umgebung befinden. Außerdem nutzen wir die Daten der KI-Maschine, um festzulegen, wo wir unsere Parksensoren platzieren sollten.

Wie garantiert Park and Joy bei der Erfassung der Bewegungsdaten die Sicherheit der Nutzerdaten?

Bei der Verarbeitung der Bewegungsdaten halten wir uns streng an die Datenschutzrichtlinien. Das bedeutet: Wir werten nur Daten aus, die keine Rückschlüsse auf einzelne Personen zulassen. In der Praxis verwenden wir nur Bewegungsdaten, die bei ausreichend vielen Bewegungsprofilen innerhalb von 15 Minuten gleich ausfallen. Wenn beispielsweise innerhalb einer Viertelstunde eine große Zahl Autofahrer ihren Standort von einem Straßensegment in das nächste verlagern, werten wir diese Daten aus.

Welche technischen Entwicklungen werden Park and Joy in Zukunft beeinflussen?

Bereits heute sind einige Autos in der Lage, autonom mit Kameras und Sensoren einen Parkplatz zu finden und Voraussagen über freie Parkplätze in der Stadt zu treffen. Diese Technologie könnte in Zukunft auch Teil der Datenquellen für die Park-and-Joy-App sein. Auch dank des 5G-Netzes wird die Erfassung und mathematische Auswertung von Daten zum Smart Parking sehr viel schneller und präziser erfolgen. Daher gehe ich davon aus, dass wir die Genauigkeit der Vorhersage von 95 Prozent in Zukunft weiter steigern können.

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