Junge Menschen unterwegs im Auto

Rainer Schlösser Magazin

Mit Carsharing gegen Parkplatznot

Wie Carsharing und autonomes Fahren Städte verändern

Eine US-Studie zeigt, wie autonomes Fahren in Kombination mit Carsharing in Zukunft die Anzahl privater Autos in der City reduzieren wird – und damit auch die Zahl der benötigten Parkplätze.

Die Verbreitung selbstfahrender Autos in Städten wird laut einer Analyse des Weltwirtschaftsforums und der Boston Consulting Group zu erheblichen Veränderungen im Verkehrsfluss führen. Ergebnis: Die  Akzeptanz der Verbraucher für autonomes Fahren steigt. 60 Prozent der 5.500 Befragten aus 27 US-Städten geben an, dass sie bereit sind, ein selbstfahrendes Auto zu nutzen. Etwas skeptisch zeigen sie sich gegenüber der Idee der gemeinsamen Nutzung autonomer Autos. Interessanterweise freuen sich die Teilnehmer der Studie am meisten darauf, nie wieder selbst einen freien Parkplatz suchen zu müssen.

Carsharing und Mitfahrdienste beliebt

Die Studie zeigt auch, dass sich Familien mit kleinen Kindern schwer tun, eine Alternative zum Privatauto zu akzeptieren. Um die Lücke zwischen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und privatem Fahrzeugbesitz zu schließen, nutzen die Menschen zunehmend Uber und andere Mitfahrgelegenheiten.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis: Der Wunsch der Autofahrer nach Carsharing nimmt zu. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die Mobilität auf Abruf – sowohl traditionell als auch autonom – zukünftig bis zu 30 bis 40 Prozent des Verkehrs in Großstädten ausmachen wird. Treiber sind potenziell niedrigere Kosten für Roboter-Taxis und -Shuttles, insbesondere auf kürzeren Strecken, sowie der größere Komfort im Vergleich zum ÖPNV.

Fahrzeugmix der Zukunft

Die Macher der Studie entwickelten ein zukünftiges Szenario für Boston als Modell-Großstadt mit einem Mix aus privaten Fahrzeugen, Taxis und privaten sowie gemeinschaftlich genutzten autonomen Fahrzeugen. Auf diese Weise soll die Zahl der Fahrzeuge insgesamt um 15 Prozent sinken. In den Außenbezirken von Boston könnte Carsharing die private Autonutzung ersetzen, was weniger Staus verursachen würde. In der Stadt jedoch kommt die Studie zu dem Schluss, dass autonomes Fahren kombiniert mit Carsharing die Verkehrsbelastung in der Innenstadt verschlimmert und zu einem Anstieg der Fahrzeiten führt. Der Grund: Die Bostoner Bürger würden dann aus Bequemlichkeit auf den ÖPNV für Kurzstrecken verzichten.

Immerhin: Weniger PKW würde auch den Bedarf an Parkplätzen in der Innenstadt verringern. Dem Bericht zufolge könnte Boston die Zahl der Parkplätze auf fast die Hälfte reduzieren – was die Straßen der Stadt radikal verändern könnte. Städte sollten diesen Umstand nutzen, das Straßenbild generell zu überdenken, so die Studienautoren.

(Park-)Platz für neue Ideen

Die Reduzierung von Parkplätzen an der Straße beispielsweise eröffnet neue Möglichkeiten für die Nutzung dieser Flächen – von speziellen Drop-off- und Pick-up-Zonen für Taxis und Ladezonen für den Lieferverkehr über Fahrradwege und spezielle Busspuren bis zur Umwandlung in Grünflächen. Während der Stoßzeiten zur Hauptverkehrszeit könnte der Parkstreifen neben dem Bordstein zu einer weiteren Fahrspur werden, um die Kapazität der Straße zu erhöhen. Für Carsharing-Fahrzeuge beispielsweise, oder für selbstfahrende Autos. Oder autonomes Carsharing.

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