Viel Verkehr in der Innenstadt (Autos und Passanten)

Klaus Vogt Magazin

Mensch vs. Parkplatz

Sorgen weniger Parkplätze für weniger Stress?

Das Umweltbundesamt will die Anzahl der Parkplätze reduzieren und Fußgängern damit mehr Platz in unseren Innenstädten verschaffen. Dafür sollen nachts auch leere Supermarktparkplätze genutzt werden.

Blechlawinen auf den Straßen, überfüllte oder zugeparkte Bürgersteige und ständige Konflikte zwischen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern – diese heute typische Situation in unseren Innenstädten hast du vielleicht selbst schon erlebt. In diesem Kampf um den öffentlichen Raum haben Fußgänger bisher die schlechtesten Karten. Außerhalb der Fußgängerzonen nehmen sie lange Umwege in Kauf: wegen dunkler Unterführungen, hoher Bordsteine oder parkender Autos auf Gehsteigen. Sie ertragen lange Wartezeiten an Ampeln, dazu noch die Belästigung durch Lärm und Abgase: Zu Fuß zu gehen ist in vielen Städten kein Vergnügen – trotz einer zunehmenden Anzahl von Radwegen und Carsharing-Angeboten, die den Fußgängerverkehr etwas reduzieren.

Und ihre Situation verschlechtert sich weiter: „Fußgängerinnen und Fußgänger sind die blinden Flecken der Verkehrspolitik“, sagt Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes (UBA). Der Anteil an Fußwegen ging deshalb seit vielen Jahren stetig zurück. „Städtebauliche Leitbilder der vergangenen Jahrzehnte – wie insbesondere die autogerechte Stadt – haben den Fußverkehr im Straßenbild weitgehend als Restgröße an den Rand gedrängt“, heißt es in der aktuellen UBA-Studie „Geht doch! Grundzüge einer bundesweiten Fußverkehrsstrategie“.

Mehr Platz für Fußgänger bis 2030

Diesen Trend will das Umweltbundesamt nun umkehren: Es regt einen radikalen Rückbau von Parkplätzen in deutschen Städten an, um die Bedingungen für Fußgänger zu verbessern. Für Autos sollten pro Einwohner langfristig nur noch 1,5 Quadratmeter am Straßenrand und auf Wohngrundstücken zur Verfügung stehen, empfiehlt die Behörde. Derzeit haben Autos noch 4,5 Quadratmeter Platz. In einem Zwischenschritt soll die Fläche bis zum Jahr 2030 auf drei Quadratmeter schrumpfen. Die dadurch frei werdenden Flächen sollen dann für breitere Fußwege, mehr Radwege und Fahrradstellplätze, den öffentlichen Nahverkehr, für Freizeit und Grünflächen und auch für Carsharing-Angebote verwendet werden.

Die Maßnahmen sind Teil einer übergeordneten Fußverkehrsoffensive. Damit will die Politik Stadtbewohner dazu animieren, noch mehr Wege zu Fuß zu gehen. Fast 50 Prozent der von Autofahrern zurückgelegten Wege sind unter fünf Kilometer; jede zehnte Autofahrt ist sogar kürzer als ein Kilometer und könnte damit durchaus per pedes zurückgelegt werden. Auf Strecken von nur mehreren Hundert Metern ist man als Fußgänger nämlich deutlich schneller unterwegs.

Die Zahl der Fußwege, die jeder Bürger zurücklegt, soll bis 2030 von 27 auf 41 Prozent steigen. Auf dem Land wird eine Steigerung von 23 auf 35 Prozent angestrebt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Zu Fuß gehen ist gesund, spart Geld und ist gut für die Umwelt. Zu den Maßnahmen zählen auch kürzere Wartezeiten für Fußgänger an Ampeln und flächendeckend Tempo 30 in Städten.

Volle Parkplätze, nur nicht vor den Supermärkten

Bestimmt ist dir das auch schon aufgefallen: Du findest in der Innenstadt keine Parkmöglichkeit, weder in der Tiefgarage, in Parkhäusern noch in der Nähe der Fahrbahn. Doch während in der Innenstadt kein einziger Parkplatz mehr zu finden ist, sind die Parkflächen vor Supermärkten, Shopping Centern, Baumärkten und anderen Geschäften gleichzeitig gähnend leer. Vor allem am Wochenende, an Feiertagen und nachts. Eine unnötige Platzverschwendung, wenn man bedenkt, dass Autofahrer in deutschen Städten im Durchschnitt 41 Stunden pro Jahr auf der Suche nach einem Parkplatz sind, und dieser zusätzliche Verkehr und Benzinverbrauch die Autofahrer jährlich rund 896 Euro mehr kostet. Das geht aus einer Studie des Verkehrsdatenanbieters Inrix hervor. Der dramatische Mangel an freien Parkflächen hat sogar schon dafür gesorgt, dass die frustrierten Verkehrsteilnehmer ihre Pläne für Unternehmungen, Einkäufe und Ausflüge ganz absagen mussten. Jeder vierte Autofahrer in Deutschland hat das schon erlebt.

Mehr Aufenthaltsqualität auf Fußwegen

Eingebunden in bequeme Smart-Parking-Lösungen und Carsharing-Angebote, könnten diese mit Sensoren ausgestatteten, ungenutzten Supermarkt-Parkplätze stark zur Entspannung der Verkehrssituation in den Innenstädten beitragen. Damit hätten auch Verkehrsexperten und Stadtplaner eines ihrer Ziele erreicht: Mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum auch für Fußgänger.

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