Ansicht von oben auf großen leeren Supermarktparkplatz

Anna Oelsner Magazin

IoT erobert toten Parkraum zurück

Sonntags parken auf dem Supermarktparkplatz

Stellplätze vor Supermärkten in Innenstädten sind an Sonntagen und nachts meist leer – während rund herum Platznot herrscht. IoT-Lösungen machen diese ungenutzen Parkflächen nutzbar.

Kennst du das? Obwohl das Ziel erreicht ist, beginnt der Stress erst richtig bei der Parkplatzsuche. Autofahrer sind in deutschen Städten im Durchschnitt 41 Stunden pro Jahr auf der Suche nach einem Parkplatz. Das geht aus einer Studie des Verkehrdatenanbieters Inrix hervor. Einen freien Stellplatz zu finden, kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld und Nerven. Im Schnitt bezahlt jeder Autofahrer durch den zusätzlichen Bezinverbrauch 896 Euro mehr pro Jahr. Rund jeder vierte Autofahrer in Deutschland hat schon einen Ausflug abgesagt, weil er keinen Parkplatz gefunden hat, Streit um einen Parkplatz hatte schon jeder fünfte.

Freie Zufahrt, trotzdem Strafzettel

Dabei gibt es in Innenstädten eigentlich viel mehr Stellfläche als genutzt wird: Parkplätze vor Supermärkten, Shoppingcentern, Baumärkten und anderen Geschäften sind am Sonntag, an Feiertagen und in der Nacht ungenutzt und leer. Außerhalb der Öffnungzeiten sind diese Stellflächen oft durch Schranken versperrt. Ist die Zufahrt frei, riskieren Autofahrer trotzdem ein Knöllchen zu bekommen oder abgeschleppt zu werden, wenn sie dort parken. Doch smarte Technologien und das Internet der Dinge ermöglichen die Nutzung dieser unzugänglichen Flächen.

Mobil und schnell einen Parkplatz in der Innenstadt finden

Ein Beispiel: Parkplätze vor Supermärkten werden künftig mit Sensoren ausgestattet, die erkennen, ob ein Parkplatz frei ist oder besetzt. Nach Ladenschluss, wenn kein Kunde den Parkplatz benötigt, stehen sie für andere Autofahrer zur Verfügung. Die Sensoren übermitteln freie Plätze an eine Smartphone-App, über die Parkplatzsuchende freie Flächen in ihrer Nähe finden können. Der Fahrer parkt, gibt seine gewünschte Parkdauer in die App ein, bezahlt mobil und kann die Parkdauer von unterwegs aus beliebig verlängern oder verkürzen.

Parkplätze können auch mehrere Tage vor einem Ausflug reserviert werden. Praktisch ist das zum Beispiel bei einem Konzertbesuch. Ticket kaufen, Supermarktparkplatz direkt vor dem Veranstaltungsort reservieren und das Konzert genießen, ohne Sorgen um Strafzettel oder Parkdauer.

Die Anmeldung bei Sharing-Portalen ist meist kostenlos. Der Preis für die Parkzeit richtet sich nach Anbieter, Parkdauer und Reservierung. Das Geld für den Parkplatz teilen sich der Anbieter der App und der Besitzer des Parkplatzes. Mit derartigen Smart-Parking-Lösungen können Autofahrer per App auch Parkplätze von Geschäften nutzen, die außerhalb der Öffnungszeiten durch Tore oder Schranken abgesperrt sind. Auch zu Parkhäusern gewährt das Internet der Dinge Zutritt nach Ladenschluss.

Digitaler Schlüssel für die Parkschranke

Ein Beispiel für eine solche Lösung ist Mobile Identity & Access (MIA) auf Basis des Internets der Dinge der Telekom. MIA ist ein digitaler Schlüssel, der vom Smartphone aus unter anderem Haustüren, Autos und auch Parkschranken öffnet. Das Smartphone wird dank Bluetooth-Technologie zum digitalen Universalschlüssel. Und das ganz ohne Benutzername, Passwort oder einem zusätzlichen Schlüssel am Bund. Wenn das Smartphone verloren geht, ist es kein Problem, den schlauen Schlüssel direkt zu sperren. Ein neues Geschäftsfeld für Supermärkte, Shoppingcenter oder Baumärkte: Sie können außerhalb ihrer Öffnungszeiten mit ihren freien Parkplätzen Geld verdienen. Falschparker kommen nicht rein. Nur online angemeldete Nutzer bekommen vor Ort den digitalen Schlüssel auf ihr Smartphone übermittelt, der die Parkschranke öffnet.

Entlastung für Gehsteige

Je mehr Unternehmen ihre Parkplätze zur Verfügung stellen, umso mehr Autofahrer werden entlastet – und womöglich auch die Gehsteige in Städten: „In den meisten deutschen Großstädten befinden sich in etwa die Hälfte der innerstädtischen Parkplätze am Straßenrand“, sagt Martin Margreiter, Dozent am Lehrstuhl für Verkehrstechnik der TU München und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens MobilityPartners der WirtschaftsWoche.

Aktuell ist die Parkplatzvermietungstechnologie MIA zunächst im Testbetrieb bei einem Supermarkt in Norddeutschland. Doch schon bald soll die Lösung auch anderen Geschäften zur Verfügung gestellt werden – und dann nicht nur Gehsteige, sondern auch Nebenstraßen mit ihren Anwohnerparkplätzen entlasten.

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