Auto steuert in einem Stuttgarter Parkhaus autonom zum Parkplatz

Jan Ungruhe Magazin

Eingeparkt von Geisterhand

Autonomes Fahren: Auto parkt alleine im Parkhaus ein

„Automated Valet Parking“ soll Autofahrern Zeit und Stress ersparen und zudem für geringere CO2-Emissionen sorgen: In Stuttgart finden Autos von alleine zum Parkplatz – und zurück auf die Straße.

Nach dem recht steilen Aufstieg auf die Stuttgarter Karlshöhe stehen den meisten Spaziergängern dann doch ein paar Schweißperlen auf der Stirn. Doch die Mühen werden nur wenige Augenblicke später belohnt – mit einem herrlichen Blick hinunter auf die Dächer Stuttgarts, umgeben von Weinbergen, Gärten und öffentlichen Grünanlagen. Von hier oben lässt sich aber auch ein Problem beobachten: Aufgrund der Tallage der Stadt sammelt sich die Luft wie unter einer Glocke. Stuttgart kämpft deshalb regelmäßig mit hohen Feinstaubwerten.

Suche nach Parkplatz belastet Umwelt

Der Schwabenmetropole kommt daher jeder Vorschlag gelegen, der die verzwickte Lage verbessern könnte. Weniger CO2-Emissionen verspricht sich Stuttgart – regelmäßig unter den Top 10 der Stauhochburgen Deutschlands zu finden – zum Beispiel von einer verkürzten Suche nach einem Parkplatz dank neuer Technik. Denn die Suche nach einem Parkplatz auf Stuttgarts Straßen verursacht 30 Prozent des Stadtverkehrs, wie eine Studie der Strategieberatung Roland Berger ergab.

„Autonomes Parken ist die Königsdisziplin“

Während Entwickler das autonome Fahren noch erproben, ist das Parken ohne Fahrer am Steuer bereits Realität. Im Parkhaus des Mercedes-Benz-Museums in Stuttgart testen Autozulieferer Bosch und Autohersteller Daimler das Parken der Zukunft. Beim „Automated Valet Parking“ überlassen Fahrer das Einparken einfach dem Auto selbst. „Das autonome Parken in einem Parkhaus ist die Königsdisziplin beim autonomen Fahren“, sagte Jörn Ebberg, Sprecher für Automatisierte Mobilität bei Bosch, der Aachener Zeitung.

Parkplatz per App

Das Auto wird dazu in der „Drop-off“-Area direkt am Eingang abgestellt. Dann zückt der Fahrer sein Smartphone und das Auto beginnt per Fingertipp eigenständig mit der Suche nach einem Parkplatz. Das gleiche Spiel beim Abholen: Kommt der Fahrer zurück zum Parkhaus, ruft er sein Auto per Smartphone in die Pick-up Area. Wie das selbstparkende Auto im Parkhaus die Parklücke findet? Im Video von Mercedes rollt das Auto aus der Abholzone autonom zum Parkplatz.

Frau tippt auf Smartphone, um Auto von alleine einparken zu lassen

Autonome Fahrzeuge stoppen bei Hindernissen automatisch

Bei der Lösung für autonomes Parken kommuniziert das Auto mit dem Parkhaus. Die installierten Sensoren überwachen das Parkhaus und steuern die Fahrzeuge bis zum Parkplatz. Dabei setzt die im Auto verbaute Technik die Steuerbefehle um und lässt den Wagen autonom bis zum Parkplatz fahren. Laut Angaben von Bosch soll das autonome Parken auch im Mischbetrieb funktionieren, also wenn selbstparkende Autos und normale Fahrer zur gleichen Zeit im Parkhaus nach einer Parklücke suchen. Bei Hindernissen auf dem Weg zum Parkplatz, wenn etwa Passanten die Straße überqueren, stoppt das autonome Fahrzeug automatisch.

Autonomes Fahren: Auch Aachen testet die Zukunft

Ein weiteres Projekt von Bosch zum autonomen Fahren startete kürzlich in Aachen. Das neue Parkhaus auf dem RWTH-Campus wird ebenfalls mit Sensoren ausgestattet, womit zunächst zwölf kleine Elektroflitzer autonom zum Parkplatz fahren sollen. Bosch kooperiert in Aachen dafür mit dem Fahrzeughersteller e.Go. „Mittelfristig wird es diese Technologie in vielen Parkhäusern geben und immer mehr Fahrzeuge haben die softwaremäßigen Voraussetzungen“, sagte Michael Riesener, Leiter der Forschungsabteilung und des Vorbereitungsbereichs bei e.Go, gegenüber der Aachener Zeitung.

Weniger Unfälle durch autonomes Fahren

Netter Nebeneffekt: Beim Einparken gibt’s weniger Beulen und Schrammen am Auto. Denn die Suche nach einem freien Parkplatz kostet Fahrer nicht nur Zeit und Nerven, sondern führt auch regelmäßig zu Unfällen. Und auch für das Parkhaus lohnt sich die Technik, die sich nachrüsten lässt. Denn auf die gleiche Fläche passen so bis zu 20 Prozent mehr Autos – und eine höhere Auslastung bringt mehr Einnahmen.

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