Alte abgelaufene Parkuhr schwarz weiß

von Rainer Schlösser Magazin

Eine kurze Geschichte der Parkuhr

Als die „Schwarze Maria“ das Parken regelte

„Wie sollen unsere Kunden vor dem Geschäft Waren ein- und ausladen?“ Es waren vor allem Ladenbesitzer, die sich über Dauerparker aufregten und so zur Erfindung der Parkuhr beitrugen.

Bereits 1928 meldete der US-Unternehmer Roger Ward Babson eine erste Parkuhr zum Patent an. Sein Entwurf benötigte allerdings zur Energiezufuhr eine Kabelverbindung zur Batterie des parkenden Autos – möglicherweise der Grund, warum Babson seine Idee nie in die Tat umsetzen konnte. Als eigentlicher Erfinder der Parkuhr gilt daher der Rechtsanwalt und Zeitungsverleger Carlton Cole Magee. Er war Herausgeber der „Oklahoma News“, saß im Verkehrsausschuss der Stadt Oklahoma City und sollte das Parkplatzproblem in der Innenstadt lösen. Das erste von ihm in Auftrag gegebene Modell, von seinen Entwicklern unerfindlicherweise „Schwarze Maria“ getauft, ließ Magee 1935 aufstellen und als „Park-O-Meter No. 1“ patentieren. Die Uhren brachten der Stadt gleich drei Vorteile: Das Parkproblem war gelöst, dank Parkgebühren von einem Nickel (5 Cent) pro Stunde sowie Strafzetteln in Höhe von stolzen 20 Dollar erschlossen sie eine neue Geldquelle für das Stadtsäckel und steigerten zudem den Wert der anliegenden Grundstücke.

Duisburg und das erste „Groschengrab“

Die erste Parkuhr Europas stand 1952 in Basel, die erste deutsche 1954 in Duisburg – importiert aus der Schweiz, für 300 Mark das Stück. Für zehn Pfennig („Parkgroschen“) durften Autos eine Stunde lang vor dem sogenannten Parkographen stehen. „Bei Temperaturen unter Null froren einige ein“, schrieb damals der „Spiegel“. Begeistert waren die Duisburger nicht: „Groschengrab“ war noch einer der freundlicheren Spitznamen für Deutschlands erste Parkuhr. Als die ersten Bürger gegen diese „Wegelagerei“ klagten, wurde die Straßenverkehrsordnung alsbald angepasst und erlaubte fortan das Kassieren von Parkgebühren.

Das Funktionsprinzip der Parkuhren blieb über 40 Jahre nahezu gleich: Die Geräte basierten auf einem Mechanismus, der die Größe der Münze prüfte und wie bei einer Eieruhr einen Zeiger auf einem Zifferblatt bewegte. War die bezahlte Parkzeit abgelaufen, erschien statt des Zeigers ein rotes Warnschild im Sichtfenster.

Der Euro und das Aus für die „Eiserne Lady“

Die Einführung des Euro läutete 2002 das Ende für die klassische Parkuhr ein: Statt die veraltete Technik auf die neuen Münzen umzurüsten, stellten die Städte Parkscheinautomaten auf, die pro Stück gleich das Zigfache an Stellplätzen abdecken konnten. Ein wirklicher Vorteil für den Autofahrer waren die münzbetriebenen Automaten nicht: Stieg er früher aus dem Auto aus und warf ein paar Münzen in die Parkuhr, musste er fortan zum weiter entfernten Automaten laufen, dort nach dem Münzeinwurf auf das ausgedruckte Ticket warten und dieses hinter die Windschutzscheibe seines Autos legen. Erst die Einführung der Kartenzahlung und weiterer Features brachten dem Parker mehr Bequemlichkeit. Doch dazu demnächst mehr im zweiten Teil der Geschichte der Parkuhr.

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