Business-Mann fährt mit einem E-Scooter durch die Stadt

von Rainer Schlösser Tipps und Tricks

E-Scooter: Chaos oder Chance?

Wie sich die neuen Roller in den Verkehr integrieren

Seit das Bundeskabinett den Weg freigemacht hat, sind E-Scooter nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken. Aber auch wenn es jetzt enger wird auf den Straßen, müssen Roller und Pkw keine Gegner sein.

Seitdem elektrische Tretroller auf Deutschlands Straßen erlaubt sind, bekommt man vor allem an den Wochenenden das Gefühl, die Menschen hätten seit Jahren auf die kleinen Flitzer gewartet. Die Angebote der ersten Verleiher in Großstädten finden regen Zulauf. Die Kölner beispielsweise können bereits zwischen drei Anbietern und deren Miet-Apps wählen. Die Elektro-Scooter sind aber mittlerweile nicht nur überall in der City unterwegs. Sie werden nach der Miete auch überall stehen gelassen. Was beim Carsharing gut klappt – für Autos gibt es schließlich feste Parkplätze –, ist hier nämlich ein Nachteil: Radfahrer, Fußgänger und Anwohner in Köln ärgern sich bereits jetzt über die wild abgestellten Scooter mitten auf Fahrradwegen, auf der Uni-Wiese oder vor dem Hauseingang.

Skepsis beim Thema E-Scooter

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E-Scooter – was erlaubt und was verboten ist

Am 15. Juni 2019 trat in Deutschland die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) in Kraft. Sie besagt unter anderem, dass Elektro-Scooter eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) benötigen, die zum Beispiel die Funktion von Bremsen und Beleuchtung regelt. Bauartbedingt ist eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h vorgeschrieben. Zudem gelten bestimmte Sicherheitsbestimmungen für die Motoren und Akkus. Die Roller brauchen außerdem eine Straßenzulassung und eine Versicherungsplakette (ab 30 Euro im Jahr bei Kfz-Versicherungen erhältlich). Die Fahrer müssen zwar keinen Führerschein vorweisen – unter 14 Jahren ist das Scooten allerdings verboten. Und: Fahren dürfen die E-Scooter nur dort, wo es auch für Fahrräder erlaubt ist. Wer sich nicht an die Vorschriften hält, muss mit teilweise happigen Bußgeldern rechnen (siehe Box).

Wenn die ersten Kauf-Roller auf dem Markt sind, dürfte sich die Lage noch zuspitzen. Es wird zwar noch etwas dauern, bis sich die Hersteller die entsprechende Straßenzulassung für ihre Modelle gesichert haben, doch dann wird der Run auf Scooter-Shops beginnen – und die Zahl der Tretroller auf den Straßen weiter zunehmen. Skepsis gegenüber der neuen Verkehrskonkurrenz war von Anfang an vorhanden. 56 Prozent der vom TÜV-Verband Befragten konnten sich im Mai noch nicht vorstellen, einmal einen E-Scooter zu fahren. Einig waren sich die meisten (83%) zudem, dass die Zulassung der Gefährte auf den Fahrradweg beschränkt bleiben sollte.

Nur werden Elektro-Tretroller – wie Fahrräder auch – des Öfteren auf die Straße ausweichen müssen. Denn in puncto Radwegausbau hinkt Deutschland europäischen Nachbarn wie etwa den Niederlanden meilenweit hinterher. In den meisten Metropolen lässt die Ausstattung der Innenstädte mit Fahrradwegen zu wünschen übrig. Schon jetzt fordern erste Stimmen, den Verkehrsraum in der City neu zu verteilen. Nur auf breiteren Radwegen kämen sich Stehroller und Fahrrad beim Überholen nicht in die Quere. Und dafür müssten zur Not Fahrspuren für Autos oder Parkplätze weichen. In Köln etwa ging die Verbreiterung des Radwegs auf den viel befahrenen Ringen zu Lasten einer Pkw-Spur.

Erst Park and Joy, dann Park and Scoot

Pkw und Roller müssen aber keine Gegner sein, sondern lassen sich auch kombinieren: Mit dem Wagen bis an die Citygrenze fahren (einen Parkplatz findet ihr in Köln und anderen Städten bequem mit der Park-and-Joy-App) – und dann mit dem E-Scooter umweltfreundlich durch die Innenstadt cruisen. Denn der Umweltschutz war ohnehin eines der Ziele bei der Zulassung. Die Deutsche Bahn und die ersten städtischen Verkehrsbetriebe wie die KVB in Köln erlauben bereits die Mitnahme der Tretroller, wenn sie sich zusammenklappen lassen und der Akku fest verbaut ist. Und die Elektro-Tretroller fahren nicht nur emissionsfrei, um die Umwelt zu schonen. Wenn sie das Auto ersetzen, reduzieren sie Staus und Lärm in der City – und den Parksuchverkehr.

Bußgeldkatalog: Das kostet E-Scooter-Fahren...

  • auf der Autobahn: 20 Euro
  • auf dem Gehweg: 15 bis 30 Euro
  • nebeneinander: 15 bis 30 Euro
  • ohne Versicherungskennzeichen: 40 Euro
  • ohne Betriebserlaubnis: 70 Euro
  • über rote Ampeln: 60 bis 180 Euro
    (Quelle: ADAC)

Ein solches Park-and-Scoot-Modell bietet sich für viele Zielgruppen an – vom Pendler, der auf dem Land wohnt und in der Großstadt arbeitet, bis zum Touristen, der für einen Wochenend-Trip in die Metropole reist, aber nicht in der City parken will. Dafür muss aber die Infrastruktur stimmen. Neben zusätzlichen oder breiteren Radweg-Fahrspuren sollten Stadt und Verleiher über Abgabestationen nachdenken – damit die Scooter nicht, wie schon in Köln beobachtet, im Rhein landen. Dann wäre ihr Beitrag für die Umwelt wieder dahin.

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