E-Auto an einer Ladestation

Daniel Martin Business Magazin

Deutschland an der E-Auto-Spitze?

Deutschland könnte bis 2021 E-Auto-Marktführer werden

Einer neuen Studie zufolge ist Deutschland auf dem Weg, den weltweiten Markt für E-Autos zu erobern. Doch was genau ist dran am neuen Electric Vehicle Index? Wir werfen einen Blick auf und hinter die Zahlen.

Sie haben im Betrieb keine CO2-Emissionen, sind sehr leise und lassen sich bequem per Steckdose aufladen: Elektrofahrzeuge bieten viele Vorteile und sind als Alternative zum Verbrennungsmotor ein echter Hoffnungsträger für umweltfreundlichen Verkehr. Bisher verliefen Absatz und Produktion in Deutschland jedoch eher schleppend. Das soll sich laut dem Electric Vehicle Index (EVI) von McKinsey künftig ändern. Im EVI misst die Wirtschaftsberatung jährlich neu die weltweite Wachstumsrate des E-Mobilitäts-Marktes sowie die Modellpalette der E-Auto-Hersteller in den 15 wichtigsten Ländern. Die Prognose für Deutschland: bis 2021 über 1,7 Millionen produzierte Fahrzeuge und damit die globale Marktführerschaft in der E-Auto-Produktion. Keine Überraschung ist dabei wegen der vielen in Deutschland ansässigen Hersteller, dass hierzulande künftig immer mehr E-Auto-Modelle angeboten werden.

E-Auto ist nicht gleich E-Auto

Der McKinsey Electric Vehicle Index unterscheidet beim Stichwort E-Auto übrigens nicht zwischen reinen und hybriden Varianten. Die Studie zählt nämlich alle batterieelektrischen Fahrzeuge. Das heißt: Auch Plug-in-Hybride, die kurze Strecken im reinen Batteriebetrieb zurücklegen können, werden mitgezählt – obwohl darin als Hauptantrieb noch ein Verbrennungsmotor steckt. Für reine E-Autos ohne Verbrenner fallen die Zahlen aktuell also nur etwa halb so hoch aus. Das wird sich bis 2025 jedoch wahrscheinlich ändern: Der Interessenverband Transport & Environment geht in einer Studie (PDF) davon aus, dass dann etwa doppelt so viele rein elektrische Fahrzeuge wie Plug-in-Hybride verkauft werden.

Deutschland bald weltweit an der Spitze

Die bisherigen Platzhirsche der E-Mobilität: China und die Vereinigten Staaten. Zwar konnten beide Länder 2019 absolut noch gute Verkaufszahlen verzeichnen, hatten aber bereits mit starken Trend-Einbrüchen zu kämpfen. In China nahmen die E-Auto-Verkäufe nur um drei Prozent auf 1,2 Millionen Fahrzeuge zu, in den USA schrumpfte der Markt sogar um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf gut 300.000 Autos. Dagegen stehen die Zeichen für Europa künftig sehr gut: Laut Index könnte sich der europäische Markt künftig zum Hotspot der Elektromobilität entwickeln. Allein im letzten Jahr stiegen die Verkäufe von batterieelektrischen Autos und Plug-in-Hybriden im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent auf über 600.000 Fahrzeuge.

Ist Deutschland bereit für den Antrieb der Zukunft?

Wie immer bei neuen Technologien stellt sich auch bei E-Fahrzeugen die Frage: Ist unsere Infrastruktur auf den Wandel überhaupt schon vorbereitet? Ob an städtischen Ladesäulen, Hausanschlüssen oder Tankstellen: E-Autos müssen mit Strom versorgt werden. Doch nicht jeder Haushalt kann oder darf sich mietrechtlich mit einer passenden Ladevorrichtung ausstatten – oder verfügt gar bereits darüber. Das einfache Laden über den Hausstrom dauert zudem lange und erhöht so auch die Kabelbrandgefahr. Passende Ladestationen sind teuer: inklusive Montage kommen so je nach Anbieter auf den Anschaffungspreis des E-Autos schnell noch einmal tausend Euro oder mehr.

Ladesäulen verbreiten sich schnell, E-Autos schneller

Damit potenzielle Umsteiger nicht von Infrastrukturproblemen abgeschreckt werden, ist ein umfassendes Ladesäulen-Netz sehr wichtig. Und hier geht es mächtig voran: 2019 verfügte Deutschland laut der Europäischen Beobachtungsstelle für alternative Kraftstoffe über gut 39.000 Ladesäulen – rund 50 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Damit kommen auf eine Säule etwa sieben stromhungrige Fahrzeuge. Dabei verbreiten sich E-Autos trotzdem schneller als neue Ladesäulen: 2017 kamen auf eine Ladegelegenheit noch durchschnittlich fünf Pkw.

Kommt es auf reine Reichweite an, sind Elektrofahrzeuge wegen ihrer begrenzten Batteriekapazität oft nicht die erste Wahl. Doch gerade an Autobahnraststätten helfen dann Schnellladestationen aus, die den Akku in unter einer Stunde wieder für die nächste Etappe fit machen. Bisher verteilen sich in Deutschland 39 davon auf 100 Autobahnkilometer, im europäischen Vergleich ein sehr guter Wert.

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E-Mobilität weiter auf der Überholspur – aber es gibt noch viel zu tun

Zwar scheinen die Zahlen auf den ersten Blick beträchtlich – doch um der prognostizierten Verbreitung von Elektromobilität langfristig gewachsen zu sein, muss sich in Deutschland noch einiges tun. Allein für die fünf größten deutschen Städte prognostiziert das Beratungsunternehmen Horváth & Partners bis 2025 einen Bedarf von über 300.000 Säulen. Bei McKinsey geht man bis 2030 sogar von 3,6 Millionen benötigten Säulen aus.

Ein heikles Thema für sich: Auch die Verteilung der Ladesäulen ist deutschlandweit bisher noch uneinheitlich.

Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft kommen in Bayern 312 Ladestationen auf eine Million Einwohner, in NRW noch 157, in Brandenburg nur 93. Auch hier muss sich noch etwas tun. E-Mobilität kann nur dann weitreichend positive Folgen haben, wenn ihre Verbreitung nicht nur auf Ballungsräume beschränkt ist. Denn gerade auf dem Land sind Autos oft alternativlos. Übrigens: In der Park and Joy App siehst du auf einen Blick, an welchen Parkplätzen eine Ladestation für deinen E-Flitzer steht. So kannst du, während du deine Besorgungen erledigst, dein Auto elektrisch tanken.

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