Grüne Verkehrsampel

Jan Ungruhe Magazin

Digitale grüne Welle

Smart City: Städte erproben besseren Verkehrsfluss

Flüssiger Verkehr, verkürzte Fahrzeit und geringere Umweltbelastung: Die Stadt Hamburg testet die digitale grüne Welle. Apps fürs Smartphone sollen unnötiges Anhalten verhindern.

In Köln gibt es böse Zungen, die die Straßenbahn verächtlich als „Strapazenbahn“ bezeichnen. Egal ob Autofahrer oder Bahnfahrer – grüne Wellen kennen die meisten hier nur aus Erzählungen. Vor Ampeln sieht der Kölner in der Regel Rot. Um eine grüne Welle zu sehen, sei ihm eine Reise in den hohen Norden oder in den Osten ans Herz gelegt. Hamburg oder Dresden probieren zum Beispiel schon eifrig digitale Lösungen aus, mit denen der Verkehrsfluss verbessert werden soll.

Hamburg probt digitale Ampelhelfer

In Hamburg, ohnehin Vorreiter in Sachen Smart City, kommunizieren zum Beispiel Ampeln mit Autos. Im Juli 2018 teilte die Verkehrsbehörde mit, dass ein Test mit mehr als 60 Ampeln im Stadtgebiet erfolgreich verlaufen sei. In einer weiteren Testphase bis 2020 sollen von den 1.750 Ampeln in der Stadt rund 1.000 in das smarte System eingebunden werden. Die digitalen Ampelhelfer könnten den Verkehrsfluss optimieren, die Fahrzeit verkürzen und die Umwelt schonen.

Intelligente Stadt: App verhindert unnötiges Anhalten

Und so geht’s: Autofahrern wird auf einer App angezeigt, wie lange die Ampel vor ihnen noch Rot ist und wie schnell sie fahren sollen, um die Ampel bei Grün zu erwischen. „Unnötiges Verzögern, Anhalten und Beschleunigen an Ampelsignalen führen zu höherem Energieverbrauch und Schadstoffausstoß“, teilte die Verkehrsbehörde mit. Um dies zu reduzieren, könne der individuelle Ampelassistent einen Beitrag leisten.

Smarte Technologie für flüssigen Verkehr

Als Hamburg im vergangenen Jahr den Zuschlag bekam, den Weltkongress für Intelligente Transport-Systeme (ITS) 2021 auszurichten, sagte der ehemalige Bürgermeister und heutige Vizekanzler Olaf Scholz: „Hamburg wird in den nächsten Jahren Deutschlands Modellstadt für urbane Mobilitäts- und Logistiklösungen.“ Mithilfe neuer Technologien und breit gefächertem Wissen für die Bürger solle der Verkehr „effizienter, umweltfreundlicher und komfortabler“ werden.

Verkehr in Dresden: 66 grüne Wellen in der Stadt

Auch in Dresden rollt der Verkehr besser als in anderen Städten, so zum Beispiel auf einer der meist befahrenen Strecken der Stadt. Hier sind auf fast sechs Kilometern 13 Ampeln aufeinander abgestimmt. Insgesamt gibt es in der Stadt 66 grüne Wellen mit 234 abgestimmten Ampeln. Daneben hat die Stadt weitere Maßnahmen eingeleitet, die sie einer Smart City ein Stück näher bringen sollen.

Smartbahn statt Strapazenbahn

Seit Frühjahr 2017 testet Dresden etwa ein smartes System, das grüne Wellen für Straßenbahnen ermöglicht – Smartbahn statt Strapazenbahn. Auf einer Teststrecke erhalten Straßenbahnfahrer Hinweise zur Abfahrt und besten Geschwindigkeit auf eine Smartphone-App. Die Züge sollen dadurch nie mehr an Ampeln warten müssen. „Wenn eine Straßenbahn zu spät kommt, darf sie eine grüne Welle unterbrechen“, sagte Jürgen Krimmling, Professur für Verkehrsleitsysteme und -prozessautomatisierung an der TU Dresden, der Sächsischen Zeitung. Ist die Straßenbahn pünktlich oder zu früh, habe sie keine Sonderrechte oder werde gezielt gebremst.

Sanfte Reise dank smarter Lösung

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) sparen dank der intelligenten Technologie Geld. Denn weil die Züge weniger bremsen und beschleunigen müssen, benötigen sie auch weniger Strom. Und auch die DVB-Kunden profitieren: Sie sollen in Zukunft Zeit gewinnen und komfortabler reisen, indem die Bahnen im Idealfall nur noch an Haltestellen bremsen und bei Ampeln sanft weiter rollen.

Anfahren führt zu höherem Verbrauch

Die intelligente Stadt mit smarten Technologien ist aber vielerorts noch Zukunftsmusik – zum Leidwesen des ADAC. Der Automobilclub rät, auf städtischen Straßen die grüne Welle und intelligente Netzsteuerungssysteme verstärkt einzusetzen. Mit smarten Lösungen ließen sich Schadstoffemissionen weiter senken. „Bei möglichst gleichmäßiger Fahrweise mit niedrigen Drehzahlen wird der optimale Betrieb eines Fahrzeugs erreicht“, erklärt der Automobilclub. „Jedes Anfahren, jede Beschleunigung geht einher mit hohen Drehzahlen und führt zu mehr Lärm, höherem Verbrauch und stärkerem Schadstoffausstoß.“

ADAC: Grüne Welle reduziert Luftschadstoffe

Laut ADAC können Luftschadstoffe spürbar reduziert werden, wenn in Zukunft möglichst viele Fahrzeuge im Straßennetz möglichst selten an einer Ampel halten müssen. „Tests haben gezeigt, dass dabei der Stickoxidausstoß um bis zu 33 Prozent gesenkt werden kann.“ Der Partikelausstoß könne um 27 Prozent, der CO2-Ausstoß um 15 Prozent gesenkt werden.

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