Smart Parking Sensor SENSIT IR Flush von Nedap

von Rainer Schlösser Magazin

Die Technik hinter Park and Joy

So funktionieren die Sensoren von Nedap

Bei Park and Joy kommen Sensoren der niederländischen Firma Nedap zum Einsatz. Wir haben Senior Business Development Manager Jan Hofman nach der Technik gefragt – und ob man die Sensoren manipulieren kann.

Herr Hofman, Sie haben bereits weltweit Preise gewonnen mit Ihrer Smart-Parking-Lösung, zuletzt 2017 den Intertraffic Parking Solutions Award. Seit wann ist Nedap mit den Sensit-Sensoren auf dem Markt?

Wir haben diese Technologie 2006 eingeführt und seitdem stetig weiterentwickelt. Unsere Sensoren überwachen mittlerweile in allen Teilen der Welt Parkplätze vor Supermärkten und an Flughäfen, Parkzonen für LKW und Lieferwagen, Mitarbeiterstellplätze für Unternehmen und natürlich Parkflächen in der City.

Was macht speziell das Parken in der Stadt so schwierig?

In den Innenstädten ist die Belegungsfrequenz deutlich höher als anderswo, und das erfordert eine schnelle Datenübertragung über ein leistungsstarkes Netzwerk. Die Sensoren wiederum müssen sehr widerstandsfähig sein: gegen Belastungen durch schwere LKW, Lärm und Erschütterungen durch U-Bahn und Straßenbahn sowie Störungen durch Funksysteme. Dank robustem Gehäuse und integrierten Filtern arbeiten unsere Sensoren fehlerfrei und sind auch gegen Minustemperaturen geschützt. Für das Parken an der Straße haben wir zudem ein Modell entwickelt, das es auch mit Schneepflügen und Kehrmaschinen aufnehmen kann.

Funktionieren die Sensoren auch, wenn sie mit Laub, Schnee oder Schmutz bedeckt sind – oder kann ich dann gratis parken? Und den Parkplatz vor meiner Haustür reservieren, indem ich ein Stück Pappe auf den Sensor lege?

Wir kombinieren die beiden Technologien Infrarot und Magnetfeld und vermeiden so Fehlmessungen. Intelligente Algorithmen in der Software des Sensors bestimmen, welche Erkennungstechnologie die präzisesten Ergebnisse liefert. Der Sensor lässt sich also auch nicht manipulieren, indem man ihn mit irgendetwas bedeckt. Unsere Sensoren prüfen sich übrigens regelmäßig selbst und kontrollieren mögliche Defekte sowie den Batteriestatus.

Wie lange halten denn die Batterien? Und wie werden die Sensoren auf den Parkplätzen verbaut?

Die Batterien haben eine erwartete Lebensdauer von bis zu zehn Jahren, je nach Anwendung und Netzwerkleistung. Aus mehr als einem Jahrzehnt Erfahrung haben wir gelernt, dass es am zuverlässigsten ist, die Sensoren im Boden einzulassen. Wenn allerdings Bohren nicht möglich oder erwünscht ist, verwenden wir ein Modell, das auf der Oberfläche haftet.

Welche Sensorik setzen Sie ein und wie genau funktioniert das?

Unsere Sensoren basieren auf der Dual-Detection-Technologie: Sie kombinieren Infrarot- und Magnetfeldmessung, um die Genauigkeit zu erhöhen. Steht ein Fahrzeug über dem Sensor, unterbricht es den Infrarotstrahl und verändert zusätzlich das Magnetfeld. Der Sensor zeigt nicht nur an, ob ein Parkplatz frei oder besetzt ist, sondern er registriert auch die Parkdauer. So erkennt er, ob ein Fahrzeug in Zonen für Kurzzeitparker – zum Beispiel am Flughafen – oder auf Stellplätzen mit Parkscheibenpflicht die zulässige Parkdauer überschreitet.

Und dann?

Ein integriertes Funkmodul sendet alle Sensordaten an einen zentralen Server. Dort verarbeitet eine Software die Belegungsdaten und überträgt sie je nach Bedarf auf eine Smartphone-App, in ein Parkleitsystem oder auf das Lesegerät des Ticketkontrolleurs. Die Daten sind in unserer Anwendung übrigens stets geschützt und werden verschlüsselt übertragen. Nedap und die Telekom führen bei jedem Projekt einen Sicherheitscheck für die komplette Sensit-Anwendung durch.

Welche Funktechnik nutzen Sie?

Für die Datenübertragung setzen wir – je nach lokalen Anforderungen – entweder auf ein eigenes MHz-Funknetz oder auf den neuen Schmalbandstandard NarrowBand IoT, den die Telekom gerade europaweit ausrollt. Dafür statten wir die Sensoren dann mit Funkmodulen mit eingebauter SIM-Karte aus. Wir ergänzen uns hier übrigens perfekt: Die Telekom sorgt für die sichere und zuverlässige Datenübertragung, Nedap hat viel Erfahrung mit Smart-Parking-Großprojekten und liefert die Sensoren. Deshalb hat uns die Telekom auch als Technologiepartner für alle Park-and-Joy-Städte ausgewählt.

Jan Hofman Nedap

Jan Hofman ist seit 2014 als Senior Business Development Manager beim niederländischen Hersteller Nedap Identification Systems zuständig für die Landesgesellschaften in Deutschland, Österreich, Schweiz, Spanien und Portugal sowie Skandinavien.

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