Kehrmaschine putzt die Straße

Rainer Schlösser Magazin

Die Krux mit der Kehrmaschine

Wie Städte Parkverbote für die Straßenreinigung umsetzen

Um Straßen zu reinigen, brauchen Kehrmaschinen einen freien Bordstein. Der wird jedoch oft von falsch geparkten Autos blockiert. Die Lösungen für dieses Problem sind vielfältig – und manchmal skurril.

Oberhausen treibt einen erstaunlichen Aufwand, um seine Straßen sauber zu halten. Die Kehrmaschinen der Großstadt im Ruhrgebiet haben auf ihrer Reinigungsroute jeweils mehrere Abschleppwagen sowie das Ordnungsamt im Schlepptau. Muss die Kolonne bei einem Auto im absoluten Halteverbot stoppen, ermittelt ein Mitarbeiter des Ordnungsamts den Fahrzeughalter. Wohnt der in der Nähe, muss er sein Auto wegfahren. Ansonsten macht das Ordnungsamt ein Beweisfoto und lässt abschleppen. Erst dann fährt die Kehrmaschine mit den restlichen Abschleppwagen weiter.

Auch das südlich von Oberhausen gelegene Velbert kennt den Kampf Auto gegen Kehrmaschine. Die Regelung der Stadt: sechs Tage parken und ein Tag Parkverbot für den Kehrdienst. Geschätzte 1,4 Milliarden Euro setzt die Branche Straßenreinigung und Winterdienst jährlich in Deutschland um, haben die Marktforscher von Statista hochgerechnet. Oft können die Kehrmaschinen ihren Job aber nicht wie geplant erledigen, weil sie keine freie Fahrt haben. Damit die Maschinen keine parkenden Autos umkurven müssen, sollen Parkverbotsschilder für Abhilfe sorgen. Die werden oft auf Initiative der Anwohner aufgestellt: Schließlich zahlt der Hausbesitzer eine jährliche Gebühr für die Straßenreinigung und regt sich auf, wenn dann die Straße vor seinem Haus nicht regelmäßig ordnungsgemäß gekehrt wird.

Parkballett in Manhattan

Im New Yorker Stadtteil Manhattan treibt diese Problematik seltsame Blüten. In den kleineren Anwohnerstraßen ist das Parken am Straßenrand zwar gratis. Allerdings kommt viermal die Woche die Straßenreinigung vorbei: etwa dienstags und donnerstags auf der linken, mittwochs und freitags auf der rechten Straßenseite. Jeweils von 9 bis 10.30 Uhr herrscht dort laut Schild dann Parkverbot neben dem Gehweg. Um dem 45-Dollar-Strafzettel oder dem Abschleppen zu entgehen, sitzen die Anwohner in ihren Fahrzeugen und warten. Lesen Zeitung, essen, telefonieren. Kommt die Kehrmaschine zur Reinigung vorbei, parken sie kurz aus, nur um gleich danach wieder an derselben Stelle einzuparken. Damit nicht genug: Anschließend warten sie brav, bis um 10.30 Uhr das Parkverbot endet – selbst wenn der Kehrdienst schon um 9 Uhr da war.

Dieses „Parkballett“, wie es die Anwohner selbst nennen, kommt nicht von ungefähr: In New York gibt es lediglich 100.000 Parkplätze für etwa 1,4 Millionen registrierte PKW. Pendler, Lieferanten und Touristen nicht mitgerechnet. So kostet ein Stellplatz in einem Parkhaus gerne mal 1.000 Dollar pro Monat. Wer eine Million übrig hat, kann sich auch eine Parkfläche kaufen. Oder er nutzt einen Parkdienst, der für 500 Dollar im Monat den Wagen täglich abholt, in einem Vorort parkt und bei Bedarf wieder vorbeibringt.

Einen Schritt weiter in China

Wie man zumindest die Personalkosten bei der Straßenreinigung einsparen könnte, erprobt derzeit Shanghai: Die chinesische Metropole hat einen Test mit fahrerlosen Straßenkehrmaschinen gestartet. Sie sind mit Lasern und Kameras ausgestattet und erkennen so Hindernisse, andere Fahrzeuge und Verkehrszeichen wie etwa Ampeln. Pünktlich um 2 Uhr nachts treten sie ihren Dienst an, entsorgen nach getaner Arbeit den aufgesammelten Müll und parken selbstständig wieder im Depot ein.

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