Luftverschmutzung durch Abgase in Paris

Jan Ungruhe Magazin

Dicke Luft

Diesel-Fahrverbote in EU-Ländern

Karmenu Vella hat die konkreten Pläne für eine Klage schon in seiner Schublade liegen. Der EU-Umweltkommissar will mehrere Länder wegen der Überschreitung der Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub in der Luft vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg verklagen. Denn überall in Europa kämpfen Großstädte mit schlechter Luft.  

Bundesverwaltungsgericht: Diesel-Fahrverbote zulässig

In Deutschland ist die Aufregung groß, weil nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in vielen deutschen Städten ein Fahrverbot für Diesel droht. Dies hatte das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil generell für zulässig erklärt; ein Diesel-Fahrverbot sehen die Richter aber als letztes Mittel. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat indes bereits Vorschläge für die Einführung einer blauen Plakette für Autos mit niedrigem Schadstoffausstoß gemacht. Auch andere EU-Länder suchen jetzt händeringend nach Lösungen für die Schadstoffbelastung in ihren Städten.

Mailand will Fahrverbot für Diesel bis 2030

Für Italiener ist ein Fahrverbot nichts Neues, Einschränkungen des Autoverkehrs gibt es hier seit Jahrzehnten. Die Lombardei beispielsweise verhängt im Winter Fahrverbote für alte Diesel. Die Stadt Mailand, in der sich Radfahrer schon heute mit Masken vor Feinstaub schützen, soll neuesten Plänen zufolge bis 2030 dieselfrei sein. In Turin sind seit rund einem Jahr auch neue Diesel mit der Abgasnorm Euro 6 von einem Fahrverbot betroffen, sobald die Grenzwerte überschritten werden. Geht es nach Roms Bürgermeisterin, sollen Diesel-Fahrzeuge aus der Ewigen Stadt ab 2024 komplett verschwinden.

Neues Vignettensystem in Paris

Unsere französischen Nachbarn erhalten für den Kauf sauberer Fahrzeuge Prämien, Steuervorteile für Diesel soll es bis 2021 nicht mehr geben. Ein neues Vignettensystem gibt es unter anderem in Paris, wonach mehr als 14 Jahre alte Diesel ab 2019 nicht mehr in der Stadt fahren dürfen. Die Krux: Früher durften bei Feinstaubalarm abwechselnd Autos mit geraden und ungeraden Kennzeichen fahren. Durch das neue System sind an solchen Tagen aber voraussichtlich mehr Autos unterwegs als früher.

Madrid: Tempo 30 in Einbahnstraßen

Am Pranger wegen der Stickoxid-Belastung stehen auch Tschechien, Ungarn, Rumänien, die Slowakei, Großbritannien und Spanien. In Madrid gibt es bei starker Belastung ein Fahrverbot für alte Fahrzeuge oder in Abhängigkeit vom Kennzeichen. In allen Einbahnstraßen der Stadt, und das sind nicht wenige, gilt zudem Tempo 30. Ein Modell, das seit April 2018 auch Berlin testet: Tempo 30 gilt bereits jetzt auf einer Haupstraße ab dem Potsdamer Platz; weitere Strecken mit insgesamt 7,3 Kilometern sollen folgen. Maßnahmen für bessere Luft hat auch London getroffen: Autofahrer zahlen 11,50 Pfund Maut pro Tag, wenn sie werktags in die Innenstadt fahren. Enspricht der Wagen nicht der Abgasnorm Euro 4, wird zusätzlich die „Toxicity Charge“ fällig – eine Giftgebühr, die der unter Asthma leidende Bürgermeister Sadiq Khan im Oktober 2017 einführte.

Die schmutzigsten Städte Europas

In einem Ranking der Weltgesundheitsorganisation WHO zu den schmutzigsten Städten Europas steht Bulgariens Hauptstadt Sofia wegen der hohen Feinstaubwerte ganz vorn, gefolgt von der türkischen Hauptstadt Ankara und der rumänischen Hauptstadt Bukarest. Die unangefochte Nummer eins als Stadt mit der größten Luftverschmutzung in Deutschland: Stuttgart, das neben viel Verkehr und Industrie auch mit seiner speziellen Kessellage zu kämpfen hat und die Schadstoff-Grenzwerte deshalb regelmäßig überschreitet.

Mehr als 520.000 Todesfälle durch Luftverschmutzung

Nach Berechnungen der Europäischen Umweltagentur (EEA) hat die Luftverschmutzung in Europa im Jahr 2014 zum vorzeitigen Tod von mehr als 520.000 Menschen geführt, darunter mehr als 80.000 in Deutschland. Rund 400.000 dieser Todesfälle ließen sich auf die Belastung durch Feinstaub zurückführen, wie die EEA Ende 2017 mitteilte. Weltweit sind die Zahlen noch besorgniserregender: Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz sterben allein in China pro Jahr mehr als 1,4 Millionen Menschen vorzeitig durch die Belastung mit Luftschadstoffen.

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