Stadt Santander - Blick auf Gebäude und Stadtpark

Anna Oelsner Magazin

Bürger für Smart City begeistern

Was Smart Cities von der Stadt Santander lernen können

Die Stadt Santander in Spanien ist in Sachen Smart City weltweit ein Vorreiter. Doch kaum ein Bewohner kennt das Projekt. Der Küstenort hat damit ein Problem, das viele Smart Cities teilen.

Intelligente Mülleimer rufen selbst die Müllabfuhr, Parkplätze geben Bescheid, wenn sie frei sind und öffentliche Grünflächen melden sich, wenn sie Wasser brauchen. Kein Märchen, sondern dank 12.000 Sensoren Alltag in der spanischen Stadt Santander. Seit 2010 realisieren hier Unternehmen, die Universität und die Stadtverwaltung Smart-City-Projekte. Mit seinen 170.000 Einwohnern ist Santander die perfekte Modellstadt. Es gibt nur ein Problem: Die meisten Bürger wissen nichts davon. Ein Zustand, den auch viele andere smarte Städte kennen.

„Es gab vor sechs Jahren einen wahren Hype um Smart Citys“, sagt Antonio De Gregorio, Experte für Infrastrukturprojekte bei der Unternehmensberatung McKinsey im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Aber dann kam die große Desillusion, weil die Menschen die technischen Möglichkeiten nicht genutzt haben.“ Gerade bei einem komplexen Thema wie der Smart City ist es in der Praxis gar nicht so einfach, die Mehrheit der Bürger zu überzeugen. Das ist aber dringend notwendig, denn in Zukunft werden immer mehr Menschen in Städten wohnen.

Nur richtig smart, wenn Bürger mitmachen

Laut World Urbanization Prospect 2018 der Vereinten Nationen leben heute 55 Prozent der 7,62 Milliarden Menschen weltweit in Städten. Im Jahr 2050 werden es voraussichtlich zwei Drittel (68 Prozent) sein. Um trotz steigender Bevölkerungszahlen Belastungen wie Staus, Luftverschmutzung und Lärmbelastung einzudämmen, sollen smarte Technologien helfen. Damit das in Zukunft auch in Santander klappt, lautet die Devise der Stadt jetzt: „Nicht mehr die Technik, sondern die Menschen in den Mittelpunkt stellen“. Denn eine steigende Beteiligung der Bewohner generiert mehr Daten, die wiederum zur Verbesserung und Ausweitung von smarten Technologien genutzt werden können. Komplett erfolgreich war damit noch keine Smart City. Von den Entwicklungen in Santander auf dem Weg zur bürgernahen Smart City können andere Städte aber lernen.

Technik muss für alle Bürger zugänglich sein

Die offiziellen Apps von Santander scheiterten an technischen Problemen. Alle elf Programme sollten mit nur einem Download verfügbar sein. Doch auch einzeln heruntergeladen funktionieren die Apps nur bedingt. Sie belegen einfach zu viel Speicherplatz.

Damit Smart City-Projekte von Bürgern wirklich genutzt werden, müssen sie im Alltag einfach bedienbar sein. Apps müssen auf Android und iOS-Betriebssystemen funktionieren. Flächendeckendes WLAN ermöglicht jedem, die smarten Angebote der Stadt zu nutzen.

Bürokratie darf Fortschritt nicht verhindern

„Die schwerfällige Bürokratie muss dringend beschleunigt werden“, sagt Luis Muñoz, Professor für Telematik und federführend bei Santanders Smart City Projekten dem Handelsblatt. Aktuell brauche die öffentliche Verwaltung in Santander zu lange, um neue Projekte zu genehmigen. Gibt es eine Zusage, ist die Technik schon viel weiter. Ein Problem, das nicht nur die spanische Küstenstadt kennt.

Direkte Rückmeldung motiviert

Alltägliche Gewohnheiten ändern, fällt vielen Bürgern schwer. Auch die Santanderinos sind skeptisch. Daher sollten alle Smart City-Apps ihren Nutzern immer direkte Rückmeldung geben und aufklären, welche Vorteile die Technologie bringt. Die Mitteilung „Du hast heute eine halbe Stunde Zeit gespart, in der du sonst einen Parkplatz gesucht hättest“ motiviert, die App bei der nächsten Parkplatzsuche noch mal zu nutzen.

Mit vernetzten Sensoren näher am Bürger

Aktuell arbeitet die Stadt Santander an einer neuen Plattform, die die Informationen aller Sensoren verbindet. Durch die Verknüpfung unterschiedlicher Daten sollen neue Mehrwerte entstehen und die Bürger Vorteile in ihrem Alltag bemerken: „Wir wissen dann, wann und wo ein Stau entstehen wird – und können ihn vermeiden, indem wir den Verkehr vorher schon umleiten“, sagt Muñoz. Auch ein umfassendes Smart Parking System wie Park and Joy und digitales Parkplatz Sharing wäre denkbar.

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