Grafische Darstellung der Blockchain-Technologie

Jan Ungruhe Magazin

Blockchain: Technologie der Zukunft

Blockchain soll Carsharing, Parken & Co. revolutionieren

Die Blockchain könnte das Internet revolutionieren. Was es mit der Technologie auf sich hat – und wie sie künftig zum Beispiel unsere Mobilität verändern könnte.

Blockchain? Schon mal irgendwo gehört? Ja, das Wort ist dir sicher schon einmal begegnet. In Zusammenhang mit dem Bitcoin zum Beispiel. Aber Kryptowährungen sind längst nicht der einzige Bereich, für den die Blockchain-Technologie interessant ist. Ob Industrie, Energie oder Mobilität – Blockchain eignet sich immer dann, wenn Dienstleistungen oder Produkte nachzuvollziehen oder zurückzuverfolgen sein sollen. Die Technologie soll dafür sorgen, dass Dinge sicherer und transparenter im Internet ablaufen, die heute etwa noch offline erledigt werden müssen. Bevor wir zum eigentlichen Thema kommen, schauen wir uns aber noch kurz an, was eine Blockchain überhaupt ist. Wer das schon weiß, kann die nächsten vier Absätze einfach überspringen.

Was ist eigentlich eine Blockchain?

Frei übersetzt bedeutet Blockchain „Blockkette“. Vereinfacht gesagt ist eine Blockchain eine Datenbank, die nicht zentral auf einem Server liegt, sondern über die Rechner tausender Nutzer verteilt ist. Man spricht deshalb auch von einer dezentralen Datenbank. Die Netzgeschichten der Telekom erklären die Blockchain-Technologie anschaulich anhand der Lieferkette einer Avocado: Alle Informationen – von der Anpflanzung im Herstellungsland über den Transport bis ins Supermarktregal – sind gespeichert und darüber hinaus für alle Nutzer einsehbar. Das macht die Blockchain-Technologie besonders transparent.

Die Daten zur Avocado befinden sich in Blocks, wobei jeder Block ein Duplikat des anderen ist. Im ersten Block ist etwa die Information gespeichert, dass die Kiste mit der Avocado in der peruanischen Hauptstadt Lima verladen wurde. Dies lässt sich im 387. Block genauso einsehen wie im 940. Block – jeder einzelne Block ist mit seinen Vorgängern und Nachfolgern verbunden. Auf diese Weise entsteht eine Kette (engl. chain), die Blockchain. Sobald ein Transportunternehmen meldet, dass die Avocado-Kiste in einen Lkw verladen wurde, prüfen alle anderen Blöcke den neuen Block auf seine Richtigkeit. Erst dann wird dieser in die eigene Kopie eingefügt. So wächst die Kette ständig weiter.

Digitale Prozesse nicht angreifbar

Und was macht die Blockchain so sicher? Jeder Block hat einen Zeitstempel und eine Verbindung zum vorherigen Block. Diese Verbindung ist kryptografisch verschlüsselt. Vereinfacht kann man sich die Verschlüsselung wie Google Docs vorstellen. Hier kann jeder die Inhalte ansehen und etwas hinzufügen – jedoch nichts verändern, was bereits vorhanden ist. Digitalisierte Prozesse lassen sich so nicht mehr angreifen. Bei der Blockchain gehe es weniger um Sicherheit als um Vertrauen, sagt John Calian, Blockchain-Experte bei der Telekom. „Die Kernidee der Blockchain-Technologie ist es, das Vertrauen in Systeme zu erhöhen. Die Eigenschaften der Blockchain fördern dieses Ziel.“ Es gehe darum, Daten zu speichern, die durchschaubar gemacht werden und unveränderlich sind. „Das Vertrauenslevel steigt, weshalb auch die Telekom anstrebt, die Technologie gesteigert zu nutzen“, sagt Calian.

Immer noch nicht ganz verstanden? Eine einfache und kurze Erklärung, nur zwei Minuten lang, liefert auch die Tagesschau im Video „#kurzerklärt: Was ist eine Blockchain?“:

Mobilität: Carsharing über die Blockchain abwickeln

Kryptowährungen wie der Bitcoin haben die Technologie zwar bekannt gemacht, doch in Zukunft werden die Menschen nicht nur bei digitalen Transaktionen mit ihr in Berührung kommen. Vor allem in der Logistik, im Verkehr oder von Banken wird sie getestet. Wie sich die Technologie zum Beispiel im Bereich Mobilität einsetzen lässt, zeigt der Technologiekonzern Siemens. Denn die Blockchain löst das Vertrauensproblem, wenn Personen, die sich nicht kennen, miteinander ins Geschäft kommen möchten. Siemens erachtet das Trendthema Carsharing daher als besonders interessant. Andreas Kind, Leiter der Abteilung Cybersecurity Technology and Blockchain bei Siemens, erläuterte die Idee kürzlich in einem Interview mit der Zeitschrift Forbes.

Carsharing kann in Deutschland zwar ein starkes Wachstum vorweisen, das Konzept hat allerdings auch Schwächen. Kind nennt beispielhaft den Tankvorgang, den der Konzern mithilfe von Blockchain optimieren will. Das Problem: Tanken ist nicht nur lästig für die Kunden, zudem können Tankkarten auch gestohlen und etwa im Internet verkauft werden. Blockchain könne dagegen für reibungslose Abläufe beim Carsharing sorgen, sagt Kind.

Carsharing: Auto mithilfe der Blockchain entriegeln

Auch das Entriegeln des Autos beim Carsharing ließe sich über die Blockchain-Technologie abwickeln. Sobald ein Kunde einen festgelegten Betrag gezahlt hat, wird das Auto entsperrt. Nach der Fahrt meldet das Fahrzeug selbstständig an die Blockchain, wie lange die Reise gedauert hat und löst automatisch die Zahlung des Endbetrags aus.

Pilotprojekte gibt es zwar hier und da schon, die Technologie befindet sich aber noch in einer Experimentierphase. „Es fehlt noch an einem breiten Angebot wirklich alltagstauglicher Lösungen“, sagt Achim Berg, Präsident des Digitalverbands Bitkom. „Aber die Blockchain-Technologie bietet enormes Potenzial und kann viele bisher gängige Verfahren völlig auf den Kopf stellen.“ Laut einer Blockchain-Studie des Bitkom ist Deutschland beim Thema Blockchain im internationalen Vergleich aktuell jedoch nur Mittelmaß.

Blick in die Zukunft: Eigenes Fahrzeug vermieten

Die Zeitschrift „Computerwoche“ hat bereits einen Blick in die Zukunft gewagt und einen Ausblick gegeben, wie Blockchain die Mobilität revolutionieren könnte – und das ginge weit über das Carsharing hinaus, wie man es heute kennt. Demnach sollen es die Sicherheitsstandards der neuen Technologie künftig möglich machen, dass Autobesitzer ihr Fahrzeug zu von ihnen selbst gewählten Bedingungen verleihen oder vermieten können.

Die Gebühren für die Fahrt könnten von der Blockchain-basierten, digitalen Geldbörse des Mieters direkt auf das Konto des Autobesitzers fließen. Weiter heißt es: Auch Mautgebühren, Fahrzeug-Ladestationen oder Parkplätze ließen sich auf diese Art und Weise automatisiert abrechnen oder teilen. Dabei wären Identität, Versicherung und Kreditwürdigkeit der Nutzer jederzeit verifizierbar, gleichzeitig bleibe der Nutzer selbst anonym, die Reisedaten geheim und die Zahlungsmethoden geschützt.

Bequemer parken mit dem Auto dank Blockchain?

Porsche experimentiert bereits mit der neuen Technologie. Sie sei die „Schlüsseltechnologie von morgen“, bekundet das Management des schwäbischen Sportwagenherstellers. Die Möglichkeiten seien vielfältig: von der Ver- und Entriegelung des Fahrzeugs über Bezahlfunktionen und befristeten Zugangsberechtigungen bis zur Verbesserung autonomer Fahrfunktionen. Porsche will so künftig zum Beispiel Parken per Blockchain ermöglichen. Und so funktioniert’s: Sobald der Porsche-Besitzer mit seinem Auto in ein Parkhaus einer Stadt fährt, gibt er sich an der Einfahrt mit einer RFID-Karte zu erkennen. Diese Karte übermittelt die notwendigen Daten zur Identifikation an das Terminal des Parkhauses. Verlässt der Autofahrer das Parkhaus, wird die ID erneut übermittelt und die Parkgebühr über die virtuelle Geldbörse abgerechnet. Die Suche nach dem Kleingeld entfällt. Münzen brauchen Autofahrer dank Handyparken übrigens auch heute in vielen Städten schon nicht mehr, etwa mit der App Park and Joy.

Fazit: Die Blockchain-Technologie ist längst aus dem Schatten der Kryptowährungen hervorgetreten und wird Experten zufolge zahlreiche Bereiche revolutionieren – egal ob Industrie, Energie oder Mobilität. Schon heute beschäftigen sich etwa Autohersteller mit der Technologie, um Carsharing oder Parken zu optimieren. Noch befindet sich Blockchain aber in der Experimentierphase.

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