Finger tippt auf Bordcomputer eines Autos

Jan Ungruhe Magazin

Selbstparkende Autos im Betonkasten

TU Braunschweig testet autonomes Parken in Parkhaus

Autonomes Parken soll Fahrern künftig Zeit sparen und Nerven schonen. Ein Parkhaus in Braunschweig wird nun zur Testzone, damit das selbstparkende Auto keine Zukunftsvision bleibt.

Der Flughafen Braunschweig ist nun nicht gerade ein Ort, wo sich gewöhnliche Urlauber herumtreiben. Öffentlichen Flug-Linienverkehr gibt es hier nämlich gar nicht. Und doch lassen sich hier interessante Beobachtungen machen: Im nagelneuen Forschungsparkhaus neben dem Flughafen tüfteln Wissenschaftler der Technischen Universität (TU) Braunschweig etwa daran, dass die Vision des autonomen Parkens von Autos bald Wirklichkeit wird. Denn mal ehrlich: Wer parkt in den dunklen und engen Betonkästen schon gerne selbst?

Parkplätze mit Sensoren und Kameras ausgestattet

Das Niedersächsische Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) der TU Braunschweig untersucht autonomes Parken am Flughafen auf mehreren Parkplätzen. Im November 2018 installierten die Forscher  die dafür notwendige digitale Infrastruktur. Dazu zählen zum Beispiel Sensoren wie Laserscanner oder Kameras. Getestet werden verschiedene Automatisierungsstufen des Ein- und Ausparkens im geschützten Raum, im Mischverkehr und mit Fußgängern. Im Parkhaus sind dann speziell ausgerüstete Forschungsfahrzeuge unterwegs. Autonomes Fahren auf der Autobahn und im Stadtverkehr erprobt die Universität schon länger.

Herausforderung beim autonomen Parken

Woran es beim autonomen Parken noch hakt? „Die Herausforderung des autonomen Parkens in Parkhäusern ist unter anderem die Entwicklung zuverlässiger Systeme zur Lokalisierung und Kommunikation, da eine Ortung mit GPS in Parkhäusern nicht möglich ist“, sagt Roman Henze, Forschungsfeldleiter Intelligentes Fahrzeug und vernetztes Fahren am NFF.

Forscher entwickeln Standards fürs autonome Fahren

Die Forscher der TU Braunschweig arbeiten nach eigenen Angaben gemeinsam mit verschiedenen Industrievertretern daran, dass autonomes Parken durch Standardisierung bald flächendeckend verfügbar ist. Ziel sei es, Parkvorgänge in unterschiedlichen Automatisierungsgraden unabhängig vom Fahrzeughersteller, Infrastrukturdienstleister und Parkhausbetreiber durchzuführen. SynCoPark, so der Name des Projekts, wird aus Mitteln des Forschungsprogramms zur Automatisierung und Vernetzung im Straßenverkehr vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit 2,5 Millionen Euro für 27 Monate gefördert.

Auch in Stuttgart und Hamburg parken Autos autonom

Aufgrund der vielen Vorteile ist das Parkhaus in Braunschweig nicht das einzige Testfeld in Deutschland. So wird etwa auch in Stuttgart und Hamburg schon autonom geparkt. In Hamburg gibt es ein Pilotprojekt auf dem Flughafen Fuhlsbüttel, in Stuttgart wird Automated Valet Parking im Parkhaus des Mercedes-Benz-Museums erprobt. Die Fahrzeuge finden hier von alleine ihren Weg von der Drop-off-Area, wo Fahrer und Passagier aus dem Auto aussteigen, zum Parkplatz – und wieder zurück dorthin. Dem Fahrer reicht dabei ein Fingertipp auf seinem Smartphone, das System erledigt den Rest.

Verschiedene Ansätze für einfacheres Parken

Auch im Ausland gibt es verschiedene Ansätze, das Parken in Parkhäusern zu vereinfachen. In Frankreich lassen sich Stellplätze etwa online vorab reservieren. Andernorts setzen Städte mit dem so genannten Rotary Parking auf eine robotergetriebene, rotierende Parkhauslösung. Mit dem System sollen auf engstem Raum mehr Parkplätze geschaffen werden, denn im rotierenden Parkhaus lassen sich Autos vertikal stapeln. Auf der Fläche von zwei normalen Parkplätzen finden auf diese Weise bis zu 16 Fahrzeuge Platz.

Telekom will Parkhäuser integrieren

Parkhäuser will auch die Telekom schon bald in ihre Smart-Parking-App Park and Joy integrieren. Dann kannst du deinen Parkplatz auch dort via App bezahlen. Dies ist bereits heute in rund 40 Städten möglich. Hier erfährst du, wann Park and Joy auch in deiner Stadt verfügbar ist.

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